NFL

Who wins your Division? – AFC EDITION

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In Teil zwei meiner „Who wins your Division?“ Serie geht es heute um die American Football Conference. Angefangen im Norden bis hin in den Westen habe ich mich wieder mit allen vier Divisionen auseinandergesetzt.

NFC Edition

Die Divisionen der AFC sind selten so ausgeglichen wie die der NFC. Besonders an den Chiefs in der West wird es auch in der kommenden Saison kein Vorbeikommen geben. Aber dazu später mehr.

AFC North

Amtierender Champion: Baltimore Ravens mit 14-2 in 2019

Divisionletzter: Cincinnati Bengals mit 2-14 in 2019

Der Hype um second Year Quaterback und MVP Lamar Jackson und seine Ravens war letztes real. Baltimores offensives Spielsystem ließ 2019 Defensive um Defensive scheitern. Noch nie war ein Quaterback so brandgefährlich in beiden Dimensionen des Angriffs. Lamar Jackson stellte mit 1206 rushing Yards nicht nur Michael Vicks Rekord für die meisten erlaufenen Yards eines QBs in einer Saison ein, sondern warf zusätzlich die meisten passing Touchdowns in 2019 (36).

In der kommenden Saison sind die Ravens das beste Team der AFC North und neben den Chiefs das beste der ganzen AFC.

Das Laufspiel wurde mit J.K. Dobbins im Draft nochmal verstärkt. Ebenso die Defense erhielt mit der Verpflichtung von Calais Campbell, der Michael Pierce ersetzen soll, ein Upgrade. Mit Patrick Queen schnappte sich das Ravens Front Office einen wahren Steal an Stelle 28 des 2020 NFL Drafts. Der Ex LSU Linebacker wird die bereits elitäre Ravens Defense (Nummer drei in zugelassenen Punkten) weiter verbessern. Die Top Offense der Liga in Sachen Punkten, rushing Touchdowns und receiving Touchdowns erhält mit dem Rücktritt von Guard Marshal Yanda einen deutlichen Dämpfer. Yanda war seit der Saison 2007 bei den Ravens, war in acht Pro Bowls und zwei mal ein first-Team All-Pro.

Weder die Browns, die eine gute Saison spielen werden, noch die Cincinnati Bengals werden im Kampf um die Divisionskrone ein Wörtchen mitzureden haben. Die Browns haben enormes Talent, besonders auf der offensiven Seite des Balls, gleichzeitig aber eine katastrophale Laufverteidigung, ohne die man die Ravens Offense nicht stoppen kann. Es bleibt abzuwarten ob Baker Mayfield nach einem schlechten zweiten Jahr in der Liga, an sein gutes Rookie Jahr anknüpfen kann. Ein Platz in den AFC Playoffs sind für Cleveland so greifbar wie lange nicht mehr.

Auch die Pittsburgh Steelers werden um diesen Wildcardspot kämpfen. Gleichzeitig sind sie die einzigen in der AFC North, die Baltimore gefährlich werden können. Kommt Big Ben von seiner komplizierten Ellenbogenverletzung wieder top fit zurück? Wenn ja, ist die Offensive stark besetzt. Die Defense gehörte bereits im letzte Jahr zu den Top fünf Ligaweit und ließ die wenigsten rushing Touchdowns zu (7). Die Passverteidigung um Safety Minkah Fitzpatrick gehörte und gehört auch in 2020 zu den top fünf.

Das running Game der Baltimore Ravens ist der Dreh- und Angelpunkt der AFC North. Schafft man es dieses stoppen, kann man sie schlagen. Kann man das nicht wird man eine sehr schwere Zeit gegen Lamar Jackson und Co. haben.

AFC East

Amtierender Champion: New England Patriots mit 12-4 in 2019

Divisionletzter: Miami Dolphins mit 5-11 in 2019

Wie bereits im ersten Teil meiner Analyse erwähnt, ist Tom Brady in New England Geschichte. Ebenfalls Geschichte sind die Linebacker Jamie Collins und Kyle Van Noy. Es bricht eine ganz neue Zeit bei den Patriots und damit in der AFC East an. Seit 2008 konnte kein anderes Team mehr die Division gewinnen außer den Patriots. Damals waren es noch die Dolphins. Die Jets gewannen zuletzt 2002 die Division, die Bills 1995. Fun Fact: Die Colts haben mehr Divisiontitles in der AFC East in den letzten 20 Jahren als die Buffalo Bills.

Dieses Jahr kommt der Gewinner aus New York beziehungsweise New Jersey. Die Bills und die Jets sind, nach den massiven Abgängen die Belichicks Patriots in der Offseason durchmachen mussten, am besten gewappnet die Division erstmals nach Jahrzehnten zurückzuerobern. Sowohl die Bills, als auch die Jets gehen mit einer underrated Defense in die kommende Saison. Buffalo ließ vergangene Saison die zweitwenigsten Punkte zu und niemand hat es bemerkt. Besonders die Passverteidigung ist elitär. Große Namen kamen in der Offseason nicht nach Buffalo. Was die Verhaftung von Trunkenbold Ed Oliver für die Defense heißt, falls er gegebenenfalls für ein paar Spiele wegen illegalem Waffenbesitz gesperrt wird, wird sich zeigen. Defensive Tackle Oliver ist ein wichtiger Bestandteil der Bills D-line. Die New York Jets hatten letzte Saison nur eine durchschnittliche Defensive nach Punkten. Die Laufverteidigung ist der elitäre Teil der Gang Green Defense. Trotz den Verletzungen von 2019 3rd overall DT Quinnen Williams, LB Avery Williams und LB CJ Mosley (beide Linebacker spielten zusammen insgesamt nur ein Spiel), rankte sie auf Platz zwei nach zugelassenen Yards. Die Jets Draft Class habe ich bereits hier bei The CrunchTime unter die Lupe genommen. Unbedingt reinschauen wer es noch nicht getan hat!

Die Miami Dolphins haben in Tua Tagovailoa hoffentlich ihren Heilsbringer der nächsten Jahre gefunden. Ob er allerdings in seiner Rookiesaison zum Einsatz kommt bleibt abzuwarten. Tua zog sich in seiner letzten Collegesaison bei Alabama eine schwere Hüftverletzung zu. Ich denke nicht, dass der durchaus talentierte Miami Kader mit ihren Divisionsrivalen in der nächsten Saison bereits mithalten kann. Allerdings verfügen die Dolphins auch im nächsten Draft wieder über mehrere first-round Picks. Das Trainerteam um Brian Flores ist sicherlich bereits mit Bills HC McDermott auf Augenhöhe und besser als Jets HC Gase. Ex Linebacker Coach der Patriots Flores geht meiner Meinung nach als einer der besten jungen Coaches der Liga in sein zweites Jahr.

Als Außenseiter gehen die New England Patriots ins Rennen. Stidham wird wohl Bradys Nachfolger, wenn nicht doch noch Cam Newton unter Vertrag genommen wird. Der Kader des Abonnement Meisters der AFC East sah durchaus schon besser aus. nicht nur der Abgang Bradys schmerzt, sondern auch ein Blick auf den Wide Receiver Corps. Die Defense hat ebenso einige Schlüsselspieler in der Free Agency verloren. Solange Bill Belichick aber noch das Sagen in Foxborough hat, schreibe ich die Patriots im Rennen um die Division niemals ab, auch wenn die Spielzeit mit Sicherheit die schwerste wird seit Jahren.

Noch schwerer wird es wenn Allen oder besonders Darnold einen großen Schritt nach vorne machen sollten. Allen, der aufgrund der generell guten Situation in Buffalo immer etwas mehr im Rampenlicht stand als Darnold, hat bereits genug Talent um sein Team stand jetzt als Gruppenerster in die Playoffs zu führen. Der in der kommenden Saison erst 23-jährige Sam Darnold kann dem aber einen Strich durch die Rechnung machen. Das Potenzial dazu hat er auf jeden Fall. Zurückgehalten von Systemwechseln, Verletzungen und Pfeifferschem Drüsenfieber, konnte er in den ersten Jahren nur teilweise sein Können zeigen.

Wir können nächstes Jahr den Beginn einer Rivalry für die nächsten 15 Jahre in der AFC East erleben. Hoffen wir, dass beide QBs den Schritt nach vorne machen können.

Die Säulen der Jets Franchise. QB Sam Darnold (l.) und der beste Safety im Game Jamal Adams (❤)
(Brad Penner-USA TODAY Sports)

AFC South

Amtierender Champion: Houston Texans mit 10-6 in 2019

Divisionletzter: Jacksonville Jaguars mit 6-10 in 2019

Die für mich langweiligste Division, aber keinesfalls weil die Teams schlecht sind. Nein, keines der Teams spricht mich persönlich an. Die Texans nicht seit dem rätselhaftesten Trade des Jahres und die Colts seit Musterschwiegersohn Andrew Luck aus dem nichts vor der letzten Saison seinen Rücktritt bekannt gab. Wagen wir dennoch einen Blick auf die Gesamtsituation der Gruppe.

Die Heimat des Verlierers des Conference Title Games. Im Januar unterlagen die Tennessee Titans den Chiefs mit 24 zu 35. Seitdem bekam Comeback Player of the Year QB Ryan Tannehill einen hochdotierten mehrjahres Vertrag und sie holten OLB Vic Beasley von den Falcons. Tackle Jack Conklin verließ das Team und soll durch Isaiah Wilson von Georgia ersetzt werden. Die restliche Offseason verlief relativ unspektakulär.

Schlusslicht, beziehungsweise größtes Fragezeichen, sind die Jacksonville Jaguars. Einen ähnlichen Hype wie Lamar Jackson erhielt auch Quaterback Gardner Mishew, nur aus anderen Gründen. Zeitweise spielte er letztes Jahr (Rookie Jahr) phänomenal und erweckte somit die Minshew-Mania zum Leben. Dennoch hat er mich nicht zu 100 Prozent überzeugen können und somit gilt abzuwarten wie er sich in seinem zweiten Jahr bei den Jags schlägt. Für ein gutes sophomore Jahr können ihm seine Teamkollegen WR DJ Chark, der mit über 1000 receiving Yards in den Pro Bowl kam und RB Leonard Fournette unter die Arme greifen. Fournette spielte die beste seiner bisherigen drei Saisons in 2019. Defensiv ist „Sacksonville“ spätestens seit dem Abgang von Campbell zu den Ravens nicht mehr die Unit wegen der sie 2017 noch im AFC Championship Game standen. Die Cornerbacks Jalen Ramsey und AJ Bouye wurden zu den Rams und den Broncos getradet. Hinzu kommt, dass Defensive End Yannick Ngakoue schon lange bekannt gegeben hat, dass er in der kommenden Saison nicht mehr für Jacksonville spielen will und wird.

Die letztes Jahr schon sehr enge Division (erster und letzter lagen nur vier Spiele auseinander) wurde durch das Signing von QB Philip Rivers bei den Colts noch härter. Die Colts können sich sowohl offensiv als auch defensiv sehen lassen. Philip Rivers steht hinter der besten offensive Line im professionellen Football. Die Receiver- und Runningbackgruppen wurden im Draft durch USC WR Michael Pittman und Wisconsin RB Jonathan Taylor verstärkt. Defensiv tradeten sie ihren 13. Overall Pick zu den 49ers für Star Defensive Tackle DeForest Buckner. Die Colts sind ein ganz heißes Team nächstes Jahr, nicht nur für die AFC South, sondern für die ganze AFC.

Letztes Jahr noch kläglich an den Chiefs in den Playoffs gescheitert, schoss HC und GM Bill O’Brien seiner Texans Franchise mit dem Hopkins Trade zu den Cardinals für quasi nichts, in der Offseason in den Rücken. Die Texans bekamen dafür nicht nur einen überteuerten und seit der Saison 2016 von Verletzungen geplagten RB in David Johnson, mit ihm kommt auch eine schlechte Stimmung in den Houston Locker Room. O’Brien nimmt seinem jungen Franchise QB eine der besten Anspielstationen in der NFL weg und muss nun damit rechnen, dass er bei seinem Team sehr an Ansehen und Vertrauen verloren hat. Letztes Jahr konnten sich die Houston Texans mit einem Record von 10-6 die Divisionskrone sichern. Ob es dazu dieses Jahr kommen wird bleibt nach dieser katastrophalen Offseason mehr als fraglich.

Andrew Lucks Retirement ist kompensiert und deshalb sehe ich nächstes Jahr einen Zweikampf zwischen den Colts und den Titans, in dem die Texans und Jaguars nicht sonderlich viel mitzureden haben werden. Jacksonville wird sich aufgrund der zerfallenen Defense am Fuße der Division wieder finden, auch der amtierende Champion aus Houston wird die Saison 2020 als verlorene werten müssen. Schade für den jetzt noch recht billigen Deshaun Watson, der in einem Jahr vermutlich ordentlich bezahlt werden möchte. Die Titans gehen nach einem überraschend guten Jahr 2019 mit viel Selbstbewusstsein in die kommende Saison. Es wird spannend zu sehen sein ob die Colts das power rushing Game der Titans stoppen und sich somit einen sicheren Playoffspot sichern können.

AFC West

Amtierender Champion: Kansas City Chiefs mit 12-4 in 2019

Divisionletzter: Los Angeles Chargers mit 5-11 in 2019

Endlich! Nach 50 Jahren gewinnen die Chiefs wieder einen Super Bowl (Getty Images)

Die Champions bleiben die Champions. Den Kansas City Chiefs wird auch 2020 niemand in der Division das Wasser reichen können. Den Chiefs steht nichts im Wege ihren Super Bowl Erfolg aus der vergangen Saison zu wiederholen. 20 Starter aus Super Bowl LIV spielen auch nächstes Jahr noch unter HC Andy Reid in Kansas City. Es geht keine Qualität verloren, ganz im Gegenteil, mit RB Clyde Edwars-Helaire wurde im Draft in der ersten Runde noch eine zusäzliche Waffe für die beste Offensive im Football verpflichtet.

Die restlichen Teams der Division befinden sich derzeit im Rebuild mit Quaterbacks wie Drew Lock in Denver, der in sein zweites Jahr geht oder Justin Herbert bei den Chargers, der die Position von Philip Rivers in seinem Rookie Jahr 2020 übernehmen wird. Die Las Vegas Raiders sind in einer komischen Zeit. Niemand weiß ob HC Jon Gruden seinem QB Derek Carr zu 100 Prozent vertraut. Besonders nach dem Ex-Titan Marcus Mariota in die Stadt der Sünde geholt wurde gibt es mit Sicherheit Spannungen zwischen Spieler und Trainer, die da als Team nur ungern haben möchtest. Hinzu kommt, dass die Defensive nur auf Platz 24 in zugelassenen Punkten kam. Besonders schlecht, die Passverteidigung: Platz 25 in zugelassenen Yards durch die Luft und 27 in receiving TDs. In Vegas kann sich Patrick Mahomes nächstes Jahr so richtig austoben.

Die AFC West, in 2020 noch eine für die Chiefs langweilige Division. Die Gegner sind nicht schlecht. Sowohl in Denver als auch in LA kann ich mir einen Record von 7-9 und besser vorstellen. Das reicht aber noch lange nicht, um dem World Champions in KC gefährlich zu werden. In den kommenden Jahren können in der letzten Gruppe meiner Serie mehrere echte Rivalries entstehen, sollten sich Lock und Herbert so entwickeln wie man es sich von ihnen erhofft. Die Defensivreihen haben beide Teams mit einerseits DE Joey Bosa und S Derwin James bei den Chargers und andererseits OLBs Von Miller und Bradley Chubb.

Quelle zu Rostern und Statistiken

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Luis
Ich bin Luis, 20 Jahre und schreibe hauptsächlich zu Themen der NFL, aber auch über die NBA und die NCAA. Auf Twitter und Instagram unter lskmml_ zu finden.

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