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UFC 265 Preview

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Derrick Lewis vs. Ciryl Gane (Interim Heavyweight Championship)

Warum dieser Kampf als interim Titelkampf gebucht wurde? Money! DC und Stipe waren in ihrer Titelregentschaft inaktiver als überhaupt möglich und Ngannou musste sehr lange auf seinen Shot warten. Nun kommt der nächste Titelkampf, nach ein bisschen mehr als 120 Tagen. Ein Witz, vor allem weil Ngannou bereits einem Kampf im Oktober zugesagt hat, also nur zwei Monate später als dieser interim Kampf. Dana White macht sich damit einmal mehr lächerlich, weil er nicht mit gleichen Ellen misst. Vor allem hat er mit Ngannou einen der interessantesten Kämpfer in der UFC nun als Champion und behandelt ihn dennoch nicht genügend respektvoll.

Ok, schauen wir uns also diesen Interims-Titelkampf an. Derrick Lewis mit seinen 25 Siegen mit 20 Knockouts aus 33 Kämpfen, trifft hier auf einen der wohl technischsten Striker der Heavyweight Geschichte, Cyril Gane. Gane könnte mit seinem zehnten Kampf den Titel holen, unfassbar. Der Franzose ist in seinen neun Kämpfen unbesiegt, hat allerdings die beiden letzten Kämpfe für Heavyweightverhältnisse extrem langweilig gestaltet und jeweils durch Decision gewonnen. Er hat einen hohen Fight IQ, leider, denn auf Brawls und sonstige wilde Schlagabtäusche braucht man nicht hoffen, wenn ein Cyril Gane kämpft. Als ehemaliger Kickboxprofi (13-0 Record) weiß er, wie er einen Kampf gestalten muss. Er wird im Stand besser sein als Lewis, im Grappling und im Wrestling dürfte er, falls er das überhaupt will, ebenfalls die Oberhand haben. Warum sollte man sich diesen eindeutigen Kampf anschauen? Naja, Lewis hat ein Skill, den neben ihm wohl nur Ngannou hat, und zwar die Knockout-Power. Zuletzt besiegte der Mann aus Houston, Curtis Blaydes auf absolut brutale Art und Weise mit einem Knockout aus der Hölle und konnte einen Kampf davor Oleinik ebenfalls finishen.

Die beiden Siege davor waren allerdings deutlich kontroverser. Gegen Latifi hatte er seine Mühen und hat wohl nur aufgrund des Heimbonus in Houston gewonnen und gegen Ivanov hab ich ihn klar verloren gesehen. Dennoch steht er nun auf einem 4-0 Run und damit ist er auch verdienter Anwärter auf den nächsten Titelkampf. Gane ebenfalls und daher verstehe ich die UFC auch teilweise mit der Ansetzung dieses Kampfes. Ein Titlecontenderkampf hätten beide wohl abgelehnt, weil sie damit nur verlieren könnten. Nun gibt man ihnen die Chance sich direkt zum Champion, wenn auch nur vorübergehend, zu krönen und dann später gegen Ngannou um den richtigen Gürtel zu kämpfen. Ich rechne mit Lewis, der den Kampf machen wird, denn in seinen Kämpfen wo er nicht gewinnt hatte er meistens mit dem Wrestling seiner Gegner zu kämpfen, da ich aber davon ausgehe, dass Gane den Kampf im Stand halten will, wird er in den 25 Minuten einen Schlag treffen, der die Lichter löscht, beim Franzosen. Dass Gane den Finish holt kann ich mir kaum vorstellen, am ehesten noch am Boden durch sein Grappling. Hier würde allerdings das Problem entstehen, dass Lewis am Boden kaum zu submitten ist, weil er zu kräftig und einfach nicht am Boden zu halten ist. Gegen Latifi ist er, wenn überhaupt direkt wieder aufgestanden und auch Ivanov konnte ihn nicht finishen (nicht mal mit der Americana die sehr tief war). Lewis via Knockout in Runde 3.

Jose Aldo vs. Pedro Munhoz

Das Co-Main Event welches als Ersatz für Nunes vs. Penna herhalten muss hat viel Potenzial. Aldo hat zwar nach wie vor einen schlechten Record aus den letzten vier Kämpfen (1-3), konnte zuletzt aber klar und deutlich Marlon Vera besiegen und bekommt es nun mit seinem Landsmann Pedro Munhoz zu tun über. Munhoz steht bei 4-2 aus den letzten sechs Kämpfen und konnte unter anderem Garbrandt und Jimmie Rivera besiegen. Gegen Frankie Edgar musste er zudem eine knappe Split Decision hinnehmen.

Ein Top 10 Matchup im Bantamweight, in der wohl besten Division der UFC. Ich rechne mit einem reinen Strikingmatch da Aldos Takedown Defense gut genug sein sollte für Munhoz` Wrestling und da würde ich Aldo die Oberhand geben. Wenn er so wie gegen Vera kämpft, dürfte einem Sieg nichts im Weg stehen. Munhoz darf man aber auch keinen Fall als chancenlos betrachten, auch er hat ein solides Striking was vielleicht nicht für die Spitze reicht aber einen Aldo durchaus vor Probleme stellen kann. Am Boden würde ich Munhoz die Vorteile geben, da Aldos BJJ länger nicht mehr gesehen wurde und Munhoz immerhin acht Submissionsiege bei seinen 19 Wins einfahren konnte und selber noch nie am Boden gefinished wurde. Mein Tipp, Jose Aldo via Decision

Michael Chiesa vs. Vicente Luque

Ein Top 6 Duell im Welterweight wie man das bei einer nummerierten Karte sehen will. Zwar wird der Sieger nicht direkt ins Titelgeschehen eingreifen können aber er würde danach nur noch einen weiteren Win brauchen, um den Titleshot zu bekommen, falls Usman Champion bleibt. Chiesa hat eine gute Streak, gewann seit 2018 alle vier Kämpfe mit Siegen gegen RDA und Neil Magny und glänzt durch starkes Ringen und sein noch stärkeres Jiu-Jitsu. Alle elf Finishes holte er via Submission. Daher würde ich auch sagen, dass der Gameplan gegen Luque ähnlich sein sollte. Luque ist am Boden deutlich schwächer als Chiesa hat aber zuletzt Woodley via Brabo-Choke gefinished und ebenfalls bereits sieben Submission Wins. Allerdings fühlt er sich im Stand deutlich wohler als am Boden. Seine Takedown Defense wird diesen Standkampf allerdings wohl kaum lange halten können, erst Recht nicht gegen einen Chiesa der erstens eine gute Cardio hat und zweitens auch ein starkes Chainwrestling mit sich bringt. 19 Takedowns konnte er sich in den letzten vier Kämpfen erkämpfen und wird das auch gegen Luque fortführen. Mein Tipp, Chiesa via Decision.

Tecia Torres vs. Angela Hill

Torres hat sich nach den vier Niederlagen in Folge wieder auf eine 2-Win Streak zurückgekämpft und bekommt mit Hill eine weitere machbare Kontrahentin vorgesetzt. Hill selbst gewann zwar zuletzt gegen Yoder via Decision musste davor aber auch zwei Niederlagen, wenn auch nur via Split Decision, gegen Waterson und Gadelha hinnehmen. Sorry Leute aber das wird eine weitere Decision werden. Ein Kampf der wohl nicht allzu viel Spektakel mitbringen wird.

Song Yadong vs. Casey Kenney

Der Opener der Card ist auf dem Papier ein Banger. Yadong musste gegen Kyler Phillips zwar eine Decision Niederlage hinnehmen, war davor aber in neun Kämpfen ungeschlagen und will nun zurück in die Nähe der Rankings. Kenny selbst will ebenfalls zurück auf die Siegesspur, verlor zuletzt gegen Dominick Cruz via Split Decision, war ebenfalls auf einer 3-Siege-Streak und verlor aus den vorherigen neun Kämpfen nur gegen Merab Dvalishvili. Yadong bringt einiges an Power mit in den Kampf, konnte bisher sechs Gegner via KO oder TKO finishen und hält den Kampf gerne im Stand. Seine Takedown Defense hat aber ein bisschen gelitten in den letzten drei Kämpfen und er wurde zehnmal auf den Boden genommen. Dort ist er nicht chancenlos aber beim Groundgame von Kenny wird es dann eher kritisch. Kenney mag den Bodenkampf, konnte fünf seiner sieben Finishes via Submission holen und versucht durchaus auch die Submission aktiv zu suchen. Allerdings verlässt er sich längst nicht mehr nur auf sein Submission-Game und hat sich zu einem guten Allrounder entwickelt, wie man gegen Cruz gesehen hat. Das dürfte ein sehr enges Ding werden, mein momentaner Tipp geht auf Kenney via Decision.

Die Undercard

In den Prelims und Early-Prelims hat die UFC uns einige Appetizer versprochen. Rafael Fiziev kehrt endlich wieder in den Oktagon. Der Kasache und Strikingcoach im Tiger Muay Thai kommt mit einem 9-1 Record in diesen Kampf und hat neben dem offensichtlichen Striking auch die anderen Bereiche des MMAs bei sich. Als Sambokämpfer ist er auch ein guter Wrestler und bringt eine 100% Takedown Defense mit. Bei Bobby Green muss er auch nicht Angst haben, dass sich diese Quote verschlechtert, denn Green ist kein guter Wrestler. Der Kampf dürfte eher als Aufbaukampf gewählt worden sein. Falls Fiziev gewinnt, und davon gehe ich aus, dürfte er an den Rankings anklopfen.

Im Light-Heavyweight kämpfen Alonzo Menifield und Ed Herman gegeneinander. Herman hat sich zuletzt drei Wins geholt, während Menifield zwar nur einen Win aus den letzten drei Kämpfen erarbeiten konnte, davor aber Leute wie Paul Craig geschlagen hat. Mein Tipp: Herman via Submission.

Jessica Penne vs. Karolina Kowalkiewicz ist zwar kein Kampf mit viel Niveau aber hat immerhin zwei gute Namen. Kowalkiewicz dürfte mit einer Niederlage aus der UFC raus sein, da sie die letzten vier Kämpfe verloren hat. Penne hat ebenfalls nur einen Win aus den letzten vier Kämpfen und diesen auch nur durch Split Decision. Auch für sie könnte es bei einem Loss eng werden.

In den Early-Prelims gibt es dann den dritten Kampf von Ex-Rizin Champion, Manel Kape der gegen Ode Osbourne kämpft. Osbourne war zuletzt im Featherweight tätig und cutted nun auf 125lbs, was ich mir sehr anstrengend vorstelle. Er bringt einen 5-1 Record aus den letzten sechs Kämpfen mit und insgesamt einen 9-3 Record. Ich würde ihn als Grappler bezeichnen während Kape eher der Striker ist. Kape konnte sich in der UFC bisher nicht beweisen und verlor beide Kämpfe, die er gemacht hat. Allerdings waren die Gegner mit Pantoja und Nicolau auch nicht die einfachsten. Gut Nicolau hätte er schon schlagen dürfen aber Pantoja war deutlich zu früh. Nun gibt ihm die UFC einen weiteren machbaren Gegner mit Osbourne, den er auch zwingend schlagen muss. Die bisherigen Kämpfe bei der UFC waren durchaus gut aber zu inkonstant. Kape zeigte Runden, in denen er klar dominierte, hat zum Ende hin dann aber auch immer wieder abgebaut und den Kampf abgegeben. Wenn er es dieses Mal konzentriert bis zum Ende fortführt, dürfte er den ersten Sieg in der UFC holen und seinen Record auf 16-6 ausbauen.

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Sam
Ich bin Sam und schreibe für The Crunchtime über die UFC und College Football

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