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UFC Fight Night 183: Felder vs. Dos Anjos Preview

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Ich melde mich auch mal auf dem schriftlichen Weg zurück, nachdem The CrunchTime und ich nun den MMA Podcast „Clinches und Sprawls“ (hier auf Spotify folgen) ins Leben gerufen haben.

Heute in der Nacht um 01:00 beginnt die Main Card von der UFC Fight Night: Dos Anjos vs. Felder.

Main Event: Rafael Dos Anjos vs. Paul Felder (Lightweight)

Das Main Event sollte ursprünglich „Dos Anjos vs. Makhachev“ heißen und bereits bei UFC 254 stattfinden. Damals ist Dos Anjos an Covid erkrankt und musste logischerweise den Kampf absagen. Für Makhachev hat man damals einen Ersatzmann gesucht aber keinen gefunden und so das Match in ein Main Event für diese UFC Fight Night umgewandelt hat. Lange Rede kurzer Sinn, auch diesmal konnte einer der beiden Kämpfer nicht antreten – Makhachev hat eine „Staph Infection“ und hat den Kampf am letzten Sonntag abgesagt. Mit dreieinhalb Tagen Vorlaufzeit sprang nun Paul Felder ein und hat gestern erfolgreich das Gewicht gemacht, eine unfassbar starke Leistung in dieser kurzen Zeit. Nächstes Main Event für den Mann mit irischen Wurzeln aus Philly. Für Dos Anjos ist es die Rückkehr ins Leichtgewicht. Er kommt aus zwei Niederlagen in Folge gegen Michael Chiesa und Leon Edwards und hat nur einen aus seinen letzten fünf Kämpfen gewonnen, gegen Kevin Lee via Arm-Triangle im Mai 2019. Allerdings musste er davor Niederlagen gegen große Namen hinnehmen – Kamaru Usman und Colby Covington waren die beiden Kontrahenten, die er nicht besiegen konnte.

Seinen letzten Lightweight Kampf verlor er allerdings ebenfalls – gegen Tony Ferguson, dass aber im Jahre 2016 und daher schon einige Tage her. Was man dennoch nicht vergessen sollte: RDA war ein „Real-Lightweight-Champion“ und hat sich seine Sporen in der UFC in 29 Kämpfen abverdient. Deutlich weniger Kämpfe hat Felder in seinem Resümee, er kämpft gegen RDA erst seinen 15. Kampf was natürlich ebenfalls nicht wenig ist aber nur die Hälfte von dem was Dos Anjos bisher gezeigt hat im berühmtesten Oktagon der Welt. Felder arbeitet ja nebenbei noch als Coach und viel wichtiger als Kommentator für die UFC. Er gewann fünf seiner letzten sieben Kämpfe gegen unter anderem Charles Oliveira, Edson Barboza und James Vick. Allerdings verlor er seinen letzten Kampf im Fight of the Night gegen Dan Hooker im Februar diesen Jahres. Danach spekulierte er mit einem Rücktritt aus dem Profi MMA.

Analyse

Paul Felder kommt ohne Camp in diesen Kampf, dazu in Short Notice mit einem heftigen Weight Cut auf die Lightweight Gewichtsklasse. Dazu muss man wissen das Felder ein großes Leichtgewicht ist und mit 1.78 gute fünf Zentimeter grösser als RDA ist. Felder trainierte in den letzten Wochen für einen Triathlon und konnte wohl auch deshalb dieses Gewicht schaffen. Aber Felders Cardio war bisher immer einer seiner Standout Punkte in seiner Karriere – er hat dadurch auch extrem viel einstecken können und gilt dadurch als harter Hund der aus den harten und rauen Straßen von „South-Philly“ kommt.

Er hat keine extrem hohe Schlagfrequenz legt aber in jeden Schlag viel Power in seine Strikes um so möglichst effizient „Damage“ beim Gegner anzurichten. Auch sein Grappling ist nicht schlecht, natürlich hat er fast kein Submission Game, sein ringen ist allerdings absolut in der Spitzenklasse des Leichtgewichts einzuordnen, zumindest im defensiven Wrestling. Offensiv sucht er den Takedown eher selten (zuletzt 2016 gegen Cruickshank) wird aber defensiv mit dem aggressiven Wrestling von Dos Anjos zu kämpfen haben und dann am Boden die Submissionversuche des Brasilianer verteidigen müssen. Denn RDA ist nicht nur ein Veteran MMA Fighter sondern auch ein ehemaliger BJJ Weltmeister und 4th degree Black Belt und damit einer der besten BJJler der UFC. Sein starkes Wrestling habe ich bereits angesprochen, wie gut das allerdings ist soll diese Auflistung zeigen.

Takedowns gegen…
Kevin Lee – 4
Colby Covington – 3
Robbie Lawler – 2
Anthony Pettis – 9

Mit Ausnahme von Pettis alles Kämpfer die für ihr Ringen bekannt sind. Kevin Lee und Colby Covington sind quasi vor allem für diesen Skill so hoch in die Rankings der UFC gekommen. Er ist nicht der effizienteste Ringer hat aber viel Output wenn er den Kampf auf den Boden bringen will. Sein Groundgame mit seinem Submission Game ist absolut elitär, allerdings hat er auch ein gutes Ground and Pound, welches er aber deutlich weniger einsetzt da er die Submission aktiv sucht. Im Striking ist er längst nicht mehr der schnellste und effektivste Boxer aber seine Legkicks sind durchaus nach wie vor auf Spitzenniveau. Mit Paul Felder bekommt er jedoch einen guten defensiven Boxer, der Legkicks checken kann.

Der Gameplan von RDA wird also das Groundgame sein um dort den Submissionsieg zu holen. Für Felder wird es aufgrund des fehlenden Training Camps und dem harten Weight-Cut, extrem schwierig werden. Allerdings ist er im Striking meiner Meinung nach dennoch besser und dort leicht überlegen. Mein Tipp ist trotzdem RDA via Submission.

Co-Main Event: Abdul Razak Alhassan vs. Khaos Williams (Welterweight)

Alhassan kommt aus einer Niederlage gegen Mounir Lazzez vom Juli via Decision. Der Ghanaer der mittlerweile in Texas seine Zelte aufgeschlagen hat ist ein Finisher und hat zehn seiner 12 Siege via Knockout oder TKO geholt. Die beiden einzigen Niederlagen kamen nur durch Decision. Ein Versprechen für die Zukunft, der zuletzt Niko Price und zweimal Sabah Homasi gefinished hat und in der UFC neben der Lazzez Niederlage nur gegen Akhmedov via Split Decision verloren hat. Die Niederlage gegen Lazzez hat ihn ein bisschen zurück geworfen aber mit Khaos Williams kommt der perfekte Gegner um sich wieder für die Rankings interessant zu machen. Denn Williams steht dort wo Alhassan vor einigen Jahren angefangen hat – bei seinem erst zweiten Kampf in der UFC. Seine Bilanz liegt allerdings auf einem ähnlichen Level wie die von Alhassan – 10-1 steht er in seiner Profikarriere und finishte in seinem UFC Debut Alex Morono nach 27 Sekunden. Beide Kämpfer sind Striker, Alhassan der aggressivere mit der größeren Knockout Power – Williams, der „The OxFighter“ als Nickname mitbringt, ist der akkuratere Striker mit ebenfalls guter Power in seinen Fäusten. Mal schauen wie gut Williams da mithalten kann, nachdem man eher wenig gesehen hat in seinem Debut.

Julian Marquez vs. Saparbek Saparov (Middleweigth)

Der nächste Kubaner der den Durchbruch schaffen kann, nach dem Rise von Masvidal oder Valerie Loureda bei Bellator haben wir in Vegas mit Julian Marquez, der über „Dana Whites Contender Series“ den Sprung in die UFC geschafft hat. Er steht bei 7-2 als Profi, kommt allerdings aus einer Split Decision Niederlage aus dem Jahre 2018 zurück. Er musste noch nie einen Sieg über die Distanz bringen und hat sechs KOs und ein Submission Win in seiner Bilanz. Er wurde ebenfalls noch nie gefinished.

Das wird sich mit Saparov aber eventuell ändern können. Der Dagestani ist ein Master of Freestyle Wrestling und ebenfalls ein Master in Sambo, grindet allerdings seine Gegner nicht wie man das von den ganzen russischen Sambo/Ringern kennt sondern sucht aktiv das finish – 6 KOs, 2 Submissions und nur eine Decision hat er in seiner Profikarriere gesammelt, musste aber auch drei Niederlagen einstecken. Eine via KO, zwei durch Submission. Saparov kommt aus drei Losses in den letzten vier Kämpfen und wurde im März erst von Rudolfo Vieira mit einem Arm-Triangle Chocke submitted. Es wird sich also zeigen wer hier seinen Gameplan besser durchbringen kann. Für mich ist Saparov der Favorit in diesem Matchup.

Cory McKenna vs. Kai Hansen (Womens Strawweight)

Ein Kampf auf den ich mich besonders freue.

McKenna, eine Engländerin mit Spitznamen „The Hobbit“ gegen Kai Hansen, eine noch sehr junge unfassbar interessant anzusehende Kämpferin aus dem „10th Planet JJ“ Umfeld, die ihr UFC Debut erst im Juli gegeben hat. Da hat sie Jinh Yu Frey via Armbar gefinished und vorher bei Invicta gekämpft. Sie hat bisher sieben Siege gefeiert, vier davon via Submission und hat eine große Zukunft vor sich, da sie zwar erst eine Purple Belt BJJlerin ist aber durch das MMA basierte 10th Planet BJJ im Mixed-Martial Arts das Maximum aus ihrem Skillset herausholen kann. McKenna gibt ihr UFC Debut und ist ebenfalls eine gute Grapplerin die auch für Submissions gehen kann. Ob das aber gegen eine Kai Hansen reichen wird? Mein Tipp: Kai Hansen via „Füge fancy Submission ein“.

Eryk Anders vs. Antonio Arroyo (Middleweight)

Anders steht bei 2-3 in den letzten fünf Kämpfen hat aber u.a. Gerald Meerschaert besiegt. Dafür auch Losses gegen u.a. Thiago Santos im Light Heavyweight und gegen Khalil Rountree Jr. via Decision einstecken müssen. Er ist ein Striker der aber, ein gutes Brasilian Jiu-Jitsu mitbringt. Auf der anderen Seite kommt mit Antonio Arroyo jemand der beide Bereiche ebenfalls gut abdecken kann. Arroyo kommt wie Anders aus einer Niederlage und will zurück auf die Siegesstrasse und seine Bilanz von 9-3 auf 10-3 ausbauen. Er hat in seiner Karriere alle Siege gefinished – fünf via KO/TKO und fünf via Submission. Ich erhoffe mir hier einen ausgeglichenen Kampf der sowohl im Stand als auch auf dem Boden ausgetragen wird. Tendenz: Arroyo via Decision.

In der Undercard/Prelims gibt es ebenfalls einige Leckerbissen. Die Prelims müssten um 22:00 Uhr MEZ beginnen und enden mit einem ebenfalls Short-Notice Match zwischen Brenden Allen, der eigentlich letzte Woche gegen Ian Heinisch kämpfen sollte und Sean Strickland, der nach einem schweren Motorrad Unfall seinen zweiten Kampf innerhalb zwei Wochen machen wird. Brenden Allen hat einer meiner Lieblingskämpfe im Jahre 2020 gemacht als er via Decision gegen Kyle Daukas (der nächste Woche wieder kämpft) gewinnen konnte. Allen ist ein sehr starker Grappler (8 Submission Wins) der mit Strickland einen 21-3 stehenden Veteran zur Brust bekommt. Strickland fühlt sich zwar am wohlsten im Stand, hat aber auch schon vier Submission Wins geholt hat. Ich hoffe auf viel Grappling und einen Allen Win, auch wenn der für Donald Trump ungewohnt innige Sympathien hegt – gut das machen wohl 90% der MMA Fighter mit amerikanischen Wurzeln. Der Kampf findet aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit in einem Catchweight bei 195lbs statt.

Desweiteren kehrt Randa Markos zurück, die in ihren letzten Kämüfem gegen Mackenzie Dern, Amanda Ribas und Claudia Gadelha Niederlagen einstecken musste. Einziger Win? Gegen Ashley Yoder (die übrigens auch heute kämpft). Markos trifft auf Kanako Murata die 11-1 steht und über ein Skillset von starkem Wrestling und BJJ verfügt. Sie war 2012 Asian Wrestling Champion bekommt mit Markos aber genau das gleiche Skillset zurück, denn auch Markos ist ursprünglich als Ringerin in die UFC gekommen. Sie hat dort aber extrem viele Federn gelassen in den letzten Jahren, vor allem offensiv extrem abgebaut. Tendenz hier: Murata via Decision. Ansonsten haben wir im Eröffnungskampf einen Heavy-Weight Bout zwischen Don’Tale Mayes (7-4) und Roque Martinez (15-6). Martinez ist ein Veteran, der u.a. bereits gegen Crocop verloren hat.

Nicht mehr all zu viel spektakuläres auf der Card, die Paul Felder mit seinem Short Notice Einsatz definitiv rettet.


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Sam
Ich bin Sam und schreibe für The Crunchtime über die UFC und College Football

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