NBA

Playoff-Preview: Eastern Conference Round 1: Milwaukee Bucks – Orlando Magic

Lesedauer: 5 Min
5
(1)

Bereits vor dem Ende der Seeding Games in der NBA stand fest, dass sich im Osten die Milwaukee Bucks mit den Orlando Magic in Runde Eins der Eastern Conference Playoffs messen werden. Ein Duell, dass mit Blick auf die Platzierungen eindeutig sein sollte. Doch was haben wir in der NBA nicht bereits für Überraschungen erlebt. Ist die Begegnung für Milwaukee wirklich nur ein Selbstläufer oder können die Magic die Bucks ins Straucheln bringen? Im ersten Teil unserer Playoff-Preview wollen wir uns dieser Serie widmen und uns die bisherige Saison, Stärken, Schwächen und X-Faktoren anschauen und zu guter Letzt die Tipps unserer Redaktion einholen.

Die bisherige Saison

Beste Bilanz der Liga, höchstwahrscheinlich MVP und vielleicht Defensive Player of the Year, mit Abstand beste Punkte Differenz, bestes Rebounding-Team. Wenn man sich alleine die nackten Zahlen der Milwaukee Bucks anschaut, merkt man schnell, dass die Bucks wohl die beste Mannschaft der Regular Season waren. Es fällt schwer auch nur einen negativen Aspekt herauszuarbeiten, denn die Bucks haben kaum Schwächen gezeigt. Sicherlich gehen sie auch aufgrund dieser Zahlen als der große Favorit im Osten in die Playoffs und alles andere als eine Finals-Teilnahme wäre eine herbe Enttäuschung für das Team von Mike Budenholzer.

Die Saison der Orlando Magic ist schwer zu analysieren. Sie waren weder schlecht, noch waren sie besonders gut. Keine besonderen Ereignisse innerhalb der Saison. Keine beeindruckenden Explosionen, aber auch keine Einbrüche eines Spielers. Vucevic funktioniert gut, ist auch Topscorer seines Teams – mehr aber auch nicht. Terrence Ross ergänzt die Starting Line Up mit guten Leistungen von der Bank, es reicht aber nicht, um ihn besonders hervorzuheben. Positiv ist die Entwicklung des ehemaligen Number One-Draft Pick Markelle Fultz, der eine durchaus solide Saison spielt, spektakulärere Adjektive sind hier aber auch fehl am Platz. Die „Gordon got robbed“-Geschichte während des Slam Dunk Contests war wohl das spektakulärste, was über die Magic berichtet werden kann.

Probleme innerhalb der Bubble

Innerhalb der Bubble hatten beide Mannschaften ihre Probleme. Bei den Bucks sind die Startschwierigkeiten allerdings darauf zurückzuführen, dass sie keine Top-Leistungen brauchen, denn Platz Eins im Osten war ihn schon vor dem Restart kaum noch zu nehmen. Die Quote von außen ging herunter, was wohl das größte Problem der Bucks in den vergangenen Spielen war. Allerdings fand Brook Lopez zu alter Stärke und überzeugte teilweise sogar als Top-Scorer seines Teams.

Die Magic sind mit zwei Siegen in die Bubble gestartet, dann kam aber lange Zeit nichts mehr. Besonders die Niederlage gegen komplett dezimierte Nets tut weh, obwohl hier alle wichtigen Spieler eine Pause bekamen. Zudem haben sie auch in Jonathan Isaac einen herben Verlust hinnehmen müssen, der den Magic für den Rest der Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Terrence Ross gab zudem bekannt, dass er die Bubble verlassen wird, wodurch der Impact von der Bank auch ausfallen wird.

Es steht und fällt mit Giannis

Die größten Stärken der Bucks liegen auf der Hand. Es ist die griechische Macht, die zum Korb zieht und dann kaum zu verteidigen ist. Ganz ehrlich, wer im Team der Orlando Magic soll Giannis stoppen? Die größte Stärke ist aber nicht nur dass Giannis immer punkten kann. Er zieht zusätzlich die komplette Aufmerksamkeit auf sich. Meist reicht ein Spieler in der Defense nicht aus. Logische Konsequenz: Es ergeben sich freie Räume für seine Mitspieler. Wenn die in Person von Kris Middleton, Brook Lopez und Co. den Raum nutzen, wird es verdammt schwierig für Orlando.

Allerdings ist auch anzumerken, dass alles mit Giannis steht und fällt. Hat Giannis mal ein schlechtes Spiel kommt es darauf an, was sie als Alternativen auffahren. Oft kommt er vor allem in Foul-Trouble, was ihn häufiger auf die Bank zwingt. Hier müssen dann die Mitspieler helfen, was ihnen oft gelingt, aber nicht immer. Genau hier bietet Milwaukee die größte Angriffsfläche. Auch die Dreier-Quote ließ besonders in der Bubble zu Wünschen übrig, was sich aber schnell wieder ändern kann.

Wer ist die erste Scoring-Option?

Orlando hat ihre größte Stärke sicher in ihrem ausgeglichenen Kader. Für Milwaukee wird es schwer auszurechnen, wer die erste Scoring-Option sein wird. In der Theorie könnten sowohl Vucevic, Gordon, Fournier, Fultz oder auch DJ Augustin heiß laufen. Im letzten Jahr war es Augustin, der im ersten Spiel der ersten Runde ein bärenstarkes Spiel ablieferte und den späteren Champion aus Toronto direkt mal in Spiel Eins eine Niederlage beibrachte.

Die größte Schwäche der Magic ist aber sicher, dass sie eben keine echte erste Scoring-Option haben. Es gibt keinen, dem man im Ernstfall den Ball in die Hand drückt und die Kontrolle übernimmt. Außerdem schaffen es die Magic besonders in der Bubble nicht die Dreier zu verteidigen. Gerade in der Anfangsphase bekommen sie den Gegner oft nicht verteidigt, was in einem hohen Rückstand endet, den sie dann nicht mehr aufholen können.

X-Faktoren der Serie

Praktisch alles spricht für eine klare Serie zugunsten der Bucks. Doch was können X-Faktoren sein, die die Serie vielleicht doch noch in eine andere Richtung biegen können? Zunächst muss es Orlando gelingen Giannis einigermaßen im Zaum zu halten. Das wird schwer und ganz aus dem Spiel werden sie ihn wohl nicht nehmen können. Was ihnen allerdings gelingen kann, ist es ihn in Foul-Trouble zu bringen. Sie müssen ihn attackieren und so clever verteidigen, dass er zu Offensiv-Fouls gezwungen wird. Wenn das gelingt, werden seine Spielminuten reduziert und die Last wird auf andere Spieler gelegt.

Doch damit ist noch längst nicht alles getan. Wie gesagt, Kris Middleton, Brook Lopez, Eric Bledsoe, Pat Connaughtan – sie alle können scoren. Dennoch sind sie einfacher zu verteidigen. Das Spiel der Männer hinter Giannis wird aber deutlich mehr von außen bestimmt. Und hier sind die Bucks verwundbar. Die Dreier-Defense der Magic muss sich steigern und dann können sie die Scoring-Effektivität der Nummer Eins im Osten stoppen. Die Bucks müssen also auf Alternativen vorbereitet sein.

Zudem brauchen die Magic jemanden, der heiß läuft. Aktuell bahnt sich da wenig an, aber wer weiß, auch Booker und besonders TJ Warren sind in der Bubble erst richtig heiß gelaufen. Vielleicht gelingt das auch jemandem wie Gordon, Vucevic oder Augustin.

Fazit und Tipp

Sehr viel Konjunktiv, sehr viel wenn und falls. Es muss schon sehr viel passieren, damit die Magic den Bucks gefährlich werden können. Bei den Magic muss alles zusammenlaufen und gleichzeitig bei Milwaukee alles zusammenbrechen, damit den Magic eine ernsthafte Chance zugetraut werden kann.

Im Normalfall wird das eine klare Serie. Die Bucks können vielleicht schon einmal austesten, was sie in Runde Zwei erwarten kann. Vor allem wie sie Alternativen für Giannis einsetzen, um im Notfall vorbereitet zu sein. Auch wenn man sich oft eine Überraschung des Underdogs wünscht, es wird wohl auf eine eindeutige Serie hinauslaufen. Mein Tipp: 4:0 für die Bucks.

Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Bjoern
Schreiben ist mein Hobby, die NBA meine Leidenschaft. Wenn Basketball läuft, sind schlaflose Nächte vorprogrammiert. Ich versuche euch, so gut es geht, meine Meinungen, Analysen und Berichte zu präsentieren, die aus Sicht eines Fans interessante Einblicke bieten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert