NBA

Die ersten Tage in der Bubble: Was bisher geschah…

Ausgerechnet Rudy Gobert, durch dessen positiven Test auf COVID-19 die Saison endgültig unterbrochen wurde, war es, der im Eröffnungsspiel gegen die New Orleans Pelicans die ersten Punkte erzielte. Tut das gut. Die NBA ist zurück und macht wieder richtig Laune. Jede Menge Highlights, jede Menge Stories. Es wird Zeit, die ersten Tage Revue passieren zu lassen.

Equality. Black Lives Matter. Educational Reform.

Auch LeBron und AD knien während der Hymne für die Black Lives Matter-Bewegung. ©Mike Ehrmann via Getty Images

Die Gesichte die über allem steht, ist sicher die Social Justice-Bewegung. Jeder Spieler durfte aus einem von der NBA festgelegten Begriffe-Pool auswählen, welcher Slogan zusätzlich zu seinem Namen das Trikot schmücken soll. Und fast jeder Spieler zieht mit. „Equality“, „Black Lives Matter“ oder „Education Reform“ sind wohl die beliebtesten Schriftzüge.

Sobald die Nationalhymne erklingt knien sich alle Spieler und Coaches hin. Arm in Arm verschränkt, geschmückt mit schwarzen Hoodies und dem Slogan „Black Lives Matter“: Gänsehaut. Die Spieler setzen hier ein echtes Zeichen. Etwas aus der Rolle fielen hier Jonathan Isaac von den Orlando Magic, der stehend und mit Trikot der Hymne lauschte, und Greg Popovich, die aber beide mehr oder weniger ihre Gründe dafür erläutert haben.

Eine Menge Spannung an Tag 1

In der Nacht vom 30. Auf den 31. Juli fand dann der erste Tip-Off statt. Und das direkt mit zwei richtig starken und spannenden Partien. Die Pelicans führten lange deutlich im Eröffnungsspiel, doch die Utah Jazz setzten zu einer krassen Aufholjagd an, die ihnen letztendlich einen 106-104-Erfolg bescherte. Ein herber Rückschlag im Kampf um die Playoffs für die Pelicans. Zudem enttäuschten die Pelicans auch gegen die Clippers, konnten aber im direkten Duell um Platz 8 gegen Memphis einen wichtigen Sieg einfahren.

Battle of LA heißt auch LeBron gegen Kawhi ©Ashish Mathur via Clutchpoints

Das eigentliche Highlight fand aber später am Abend statt. Im Battle of LA durften sich direkt mal die beiden größten Favoriten im Westen messen, was bedeutet: Kawhi Leonard gegen LeBron James. Es waren aber eher die beiden Co-Stars Anthony Davis und Paul George, die das Zepter von Beginn an in die Hand nahmen. Lebron startete besonders in der Offense schwach. Das Spiel war von Anfang bis Ende eng. Das Spiel war zudem ein sehr langes, da die Schiedsrichter keine Chance ausließen, das Spiel zu unterbrechen und somit beide Mannschaften sehr oft von der Linie punkten durften.

In der Crunchtime wachte dann auch LeBron in der Offense auf. Er war es, der kurz vor Schluss einem eigenen Fehlwurf nachging und den Rebound des eigenen Wurfs in Punkte umwandelte: 103 zu 101 für die Lakers. Der letzte Angriff gehörte dann den Clippers. Den Ball bekam natürlich Superstar Kawhi Leonard, der allerdings von LeBron beim Versuch zum Korb zu ziehen, gestoppt wurde. Der Ball kam zu George, der aber nach einem Switch dann auch von LeBron übernommen wurde und von ihm zu einem schwierigen Wurf von außen gezwungen wurde. Dieser war nicht erfolgreich und die Lakers gewannen das Spiel. Ein gewaltig spannender erster Spieltag.

Giannis in Love with the Refs

Freitag auf Samstag folgten weitere Highlights, die Balsam für die Seele waren nach dieser langen Zeit ohne US-Basketball. Fesselnd war das Spiel der Grizzlies und der Trail Blazers, dass in der Overtime von den Blazers entschieden wurde, was sie in Reichweite zu Platz 8 im Westen bringt. Besonders schön zu sehen: Jusuf Nurkic spielt nach langer Verletzung das erste mal wieder und legt mit 18 Punkten, 9 Rebounds, 5 Assists und 6 Blocks Zahlen auf, die zeigen, wie wichtig er für die Blazers werden kann.

Zwei Top-Favoriten im Osten trafen in der Partie Boston Celtics gegen Milwaukee Bucks aufeinander. Aus deutscher Sicht erfreulich: Daniel Theis zeigte mit einem Double-Double (13 Punkte, 12 Rebounds) ein gutes Spiel. Blöd für die Celtics: Jayson Tatum fand überhaupt nicht in die Partie, traf nur 2 von 18 Würfen aus dem Feld und kam auf magere 5 Punkte. Allerdings konnte die restliche Line-Up den schwächelnden Superstar auffangen und somit das Spiel knapp halten. Überschattet wurde dieses Spiel von umstrittenen Entscheidungen in der entscheidenden Phase des Spiels, indem die Refs sich in zwei Situationen zugunsten der Bucks entschieden und somit den Sieg für Giannis und Co. Besiegelten.

Überhaupt keine Lust auf Defensive hatten die beiden Mannschaften aus Texas Dallas und Houston. In einem Spiel, das in der Overtime entschieden wurde, erzielten beide Mannschaften zusammen 302 Punkte. Lange Zeit hatten die Dallas Mavericks um Luka Doncic (Triple-Double) und Kristaps Porzingis (39 Punkte, 16 Rebounds) viel richtig gemacht, doch am Ende ließ die Konzentration nach. Mit einem Rückstand von drei Punkten ging James Harden kurz vor Schluss an die Linie. Eigentlich eine aussichtsreiche Lage für Dallas, doch es kam anders. Den ersten Freiwurf verwandelte Harden, den zweiten verwarf er absichtlich und den Rebound sicherte sich Robert Covington. Er erzielte zwei Punkte, die für die Overtime reichten. Dort war es dann mal wieder James Harden, der die Rockets zum Sieg führte und zudem mit 49 Punkten zum Topscorer der Partie avancierte.

Kennst du T.J. Warren?

53 Punkte: T.J. Warren war unfassbar gegen die 76ers ©Kim Klement – Pool/Getty Images

Die bisher größte Überraschungen ereignete sich am Samstag bei der Partie zwischen den Philadelphia 76ers und den Indiana Pacers. Philly ging als Favorit in dieses Spiel aufgrund der Verletzungslage der Pacers. Ben Simmons scorte 19 Punkte, kombiniert mit 13 Rebounds, Tobias Harris ergänzte mit 30 Punkten und Joel Embiid überragte sie alle mit 41 Punkten und 21 Rebounds.

Alle? Nicht ganz. Denn auf der anderen Seite spielte sich ein gewisser T.J. Warren in einen Rausch und war nicht zu stoppen. 9 Dreier bei 12 Versuchen und 20 von 29 aus dem Feld machen für T.J. Warren unglaubliche 53 Punkte und auch in der Schlussphase machte er den Deckel drauf, sodass Indiana das Spiel gewann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auch nur eine Person gab, die gesagt hat, dass er der erste Spieler sein wird, der über 50 Punkte in einem Spiel erzielt.

Nicht außer Acht lassen, sollten wir, dass der amtierende Champion aus Toronto auf die Lakers traf und sie auch schlug. LeBron und Davis enttäuschten, sicher aber auch wegen der guten Defense der Raptors. Als Mann des Spiels stach Kyle Lowry mit 33 Punkten heraus.

Es bleibt eng

Jayson Tatum fand am Sonntagabend zu seiner Form zurück. Im Spiel gegen die Portland Trail Blazers war er wie ausgewechselt und konnte einfach nicht daneben werfen. Die Celtics trafen, wie sie wollten, von außen. Tatum (34) und Brown (30) brachten zusammen 64 Punkte auf das Scoreboard. Die Celtics führten zur Halbzeit mit 19 Punkten und sahen schon wie der sichere Sieger aus. Wer zur Halbzeit den Stream beendet hat, dem kann man keinen Vorwurf machen. Man sollte allerdings Mitleid mit ihm haben, denn das Spiel nahm noch einmal richtig Fahrt auf.

Lillard, in der ersten Halbzeit mit nur 8 Punkten, machte in Halbzeit zwei das, was in Halbzeit eins Tatum machte und traf die wildesten Würfe. Die Würfe, die er nicht traf, waren allesamt knapp. Die Blazers gingen in der Schlussphase sogar in Führung, gaben diese aber schnell wieder her. Den Deckel setzten sie leider selber in Person von Jusuf Nurkic drauf. 3 Punkte hätten zu einem Ausgleich gereicht, doch die Celtics ließen Nurkic komplett frei zum Korb ziehen, was den Instinkt in Lillard weckte, ihn anzuspielen. Nurkic war selber überrascht warf aber trotzdem und erzielte nur zwei Punkte. Nach einem taktischen Foul trafen die Celtics nur einen von zwei Freiwürfen, doch Nurkic, der den Rebound aufnahm, warf einen wilden Ball nach vorne Richtung Lillard, der weit davon entfernt war, anzukommen. Sieg Celtics.

Am gleichen Abend enttäuschten die Bucks bzw. überzeugten die Rockets, indem sie Milwaukee schlugen. Einen weiteren Rückschlag mussten die Mavericks hinnehmen, weil sie wieder knapp verloren, sogar gegen die im Prinzip chancenlosen Phoenix Suns. Dennoch war an diesem Abend klar, die Mavericks sind nun sicher in den Playoffs, das erste Mal seit 2016.

Ganz schön viel los in der NBA. Und das Komische: Die Fans fehlen nicht. Die eingespielten Sounds in Florida scheinen die Atmosphäre optimal auf den Court zu übertragen und dem Spiel scheint es gut zu tun. Die virtuellen Fans könnten sicher weniger gezeigt werden, doch auch sie haben einen gewissen Entertainment-Effekt. Die NBA ist schon jetzt wieder voll da und scheint noch Luft nach oben, denn die Playoffs haben ja noch gar nicht angefangen.

Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Bjoern
Schreiben ist mein Hobby, die NBA meine Leidenschaft. Wenn Basketball läuft, sind schlaflose Nächte vorprogrammiert. Ich versuche euch, so gut es geht, meine Meinungen, Analysen und Berichte zu präsentieren, die aus Sicht eines Fans interessante Einblicke bieten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.