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Western Conference Playoff-Preview Runde 1: Houston Rockets – Oklahoma City Thunder

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Im Westen kommt es in der ersten Runde zu einem echten Knaller. Vier gegen Fünf. Die Houston Rockets gegen die Oklahoma City Thunder. Eine Serie bepackt mit Superstars und viel Potential auf eine mit Spannung bepackte Serie.

Doch nicht nur die Spannung ist in dieser Serie vorprogrammiert, denn diese Serie liefert noch so viel mehr. Sowohl Russel Westbrook als auch Chris Paul treffen auf ihre alten Teams. Besonders CP3 sollte heiß sein, denn die Wege zwischen ihm und den Rockets trennten sich nicht gerade im Guten. Westbrook wird die ersten Spiele wohl verpassen, kann vermutlich aber später in der Serie dazustoßen. Wer hat in dieser Serie die Nase vorn und kann sich am Ende bei seinen ehemaligen Team-Kollegen rächen?

Die bisherige Saison: Das Superstar-Backcourt

Nicht wenige haben vor der Saison die Stirn gerunzelt, als bekannt wurde, dass Westbrook das neue Superstar-Backcourt mit James Harden bilden sollte. Die große Frage war: Wie sollen zwei Spieler, die unbedingt den Ball in der Hand haben müssen, in einem Team zusammen spielen. Beide sind unfassbare Scoring-Maschinen und in jeder Partie in der Lage, ein Triple-Double aufzulegen, aber in einem Team kann das doch eigentlich nicht funktionieren.

Falsch gedacht. Westbrook hatte zwar Startprobleme, doch im Laufe der Saison hat er sich immer mehr an das System gewöhnt. Vor allem hat er sich an eine neue Rolle gewöhnt, denn der wichtigste Spieler bleibt James Harden. Dennoch sind die Zahlen von Westbrook beeindruckend: 27,2 Punkte pro Spiel, mit 7,2 Rebounds die meisten im Team und dazu auch noch 7 Assist im Schnitt. Hardens Stats hingegen sind nicht von dieser Welt. 34,3 Punkte pro Spiel krönen ihn mal wieder zum Topscorer der Saison. Dazu kommen im Schnitt 7,5 Assist, was bedeutet dieses Backcourt ist offensiv das Beste, was die Liga zu bieten hat.

CP3 als Mentor

Die Thunder hingegen wurden lange Zeit belächelt. Lange galt Chris Paul als jemand, der nicht lange in Oklahoma bleibt und den letzten Schritt zum Re-Build vollziehen soll. Doch es kam im Endeffekt alles anders. CP3 nahm die Sache Ernst und strafte alle Kritiker Lügen. Durch seine Erfahrenheit haben es die Thunder geschafft, stetig im Rennen um die Playoffs dabei zu sein. Den Großteil verbrachten sie sogar auf einem Platz, der ihnen in der ersten Runde das Heimrecht garantiert hätte. Da das Heimrecht durch die Bubble aber wegfällt, sind sie mit dem fünften Platz mehr als zufrieden.

Chris Paul fungiert als Mentor für seine durchaus jungen Mitspieler. Zwei Spieler profitieren davon besonders: Shai Gilgeous-Alexander und Dennis Schröder. Der Rookie Gilgeous-Alexander avancierte sogar zum Topscorer seines Teams mit 19 Punkten pro Spiel und ist auf bestem Wege ein echter Star in der Liga zu werden. Dennis Schröder muss sich zwar nach einer langen Zeit als Starter bei den Hawks mit einer Bankrolle zufrieden geben, erfüllt diese aber enorm gut. Er ist sogar unter den letzten drei Kandidaten für den Sixth Man of the Year-Award und ist dabei nicht chancenlos.

Stärken und Schwächen: Houston Rockets

Die größte Stärke der Houston Rockets wurde bereits beschrieben. Das Monster-Backcourt aus Harden und Westbrook kann man nicht komplett aus dem Spiel nehmen. Dadurch, dass Westbrook die ersten Spiele verpassen wird, wird die Last zunächst allein auf den Schultern von Harden liegen. Doch auch er allein, wird eine echte Herausforderung für die Thunder.

Das Spiel der Rockets ist zudem stark auf außen konzentriert. Zwar treffen die Rockets mit 15,6 Dreiern die meisten Dreier der gesamten Saison, doch gleichzeitig nehmen sie auch mit Abstand die meisten Würfe von außerhalb der Linie (45,3). Dadurch ergibt sich eine Quote von 34,5 %, was ligaweit nur Platz 24 bedeutet. In dieser Hinsicht sind sie Licht und Schatten zugleich. Was hingegen sehr gut funktioniert ist der Weg zur Linie. Harden ist bekannt dafür, vor allem das Foul an der Dreierlinie zu suchen. Sieht zwar nicht hübsch aus, ist aber effektiv!

Nach dem Weggang von Capela war endgültig klar, dass die Rockets ihr System auf Small-Ball umstellen würden. Mit PJ Tucker auf der Fünf, war er mit 1,96 Meter meist der größte Spieler auf dem Court der Rockets. Das macht sie auf der einen Seite sehr agil in der Offense, wodurch auch die vielen Versuche von außen resultieren. Auf der anderen Seite macht es sie in der Defense gegen große Scorer anfällig. Unter dem Korb haben sie dadurch enorme Nachteile.

Stärken und Schwächen: OKC

Das drei Guard Lineup der Thunder aus Chris Paul, Dennis Schröder und Shai Gilgeous-Alexander gemeinsam mit Danilo Gallinari und Steven Adams war eines der besten Liga und funktionierte Einwandfrei. Von 45 Spielen, in denen es in den letzten zwei Minuten eine maximale Punktedifferenz von fünf Zählern gab, gewannen die Thunder 30. Das zuvor genannte Lineup ist also nicht zahlenmäßig das Stärkste, sondern kann auch in Drucksituationen abliefern. Ein großer Vorteil in den Play Offs. 

Beim Thema Erfahrung geht bei den Thunder viel über „Point God“ Chris Paul. Der 35-Jährige blühte nach seinem etwas unschönen Abgang aus Houston Regelrecht auf, und führt die Mannschaft als Ballverteiler. Doch nicht nur auf dem Parkett hilft CP3 dem Team. Der erfahrenen Spielmacher ist Mentor für Youngstar Shai Gilgeous-Alexander und Dennis Schröder, ist mitverantwortlich für deren nächste Schritte. Zudem strahlt Paul Ruhe und Geduld auf das ganze Team aus, wichtige Attribute in der Postseason. 

Das resultiert jedoch auch in einer kleinen Abhängigkeit von Paul. Ist der Point Guard nicht auf dem Feld, kann Dennis Schröder sein Scoring auffangen. Doch den Thunder geht bei Pauls Pausen oftmals das Playmaking etwas verloren, die fehlende Ruhe, Geduld und Erfahrung macht sich oftmals bemerkbar. 

Größtes Problem der Thunder: Die Bank. Sicher, es kommt mit Dennis Schröder einer der ganz heißen Kandidaten auf den 6th Man of the Year Award von draußen. Doch das war es auch schon mit Scoring oder wirklichen elitären Rollenspielern von der Bank. Andre Roberson war lange verletzt, Muscala, Diallo, Ferguson und Noel sind keine großartigen Optionen für Coach Donovan. 

X-Faktoren

Wenn man beide Mannschaften betrachtet, spricht alles für eine spannende Serie. Dennoch gibt es einige Faktoren, die den Ausgang bestimmen werden. Für die Rockets wird es darauf ankommen den Dreier zu treffen. Dass sie genug Versuche bekommen werden ist klar, aber die Thunder schaffen es oft, den Wurf von außen gut zu verteidigen. Wenn die Rockets von Downtown heiß laufen wird es verdammt schwer für OKC, anders herum wird es für die Rockets problematisch, wenn der Dreier nicht fällt.

Hinzu kommt, dass die Rockets mit ihrem Small-Ball nicht immer Erfolg hatten. Defensivstarke Teams haben es oft geschafft, die Taktik zu durchschauen und die Rockets alternativlos aussehen lassen. Hier kann das Mismatch mit Stehen Adams den Thunder in die Karten spielen.

Auch James Harden kann ein Spiel gegen starke Gegner nicht alleine gewinnen. Besonders bis Westbrook zurück ist, muss Unterstützung von den Rollenspielern kommen. Hier sind vor allem Eric Gordon und Austin Rivers gefordert, die noch nicht endgültig zu ihrer Form gefunden haben. Die 41 Punkte von Rivers gegen Sacramento machen Mut, müssen aber erstmal wiederholt werden.

Die Thunder haben zwar durch ihre Abhängigkeit von CP3 ein Problem, doch vielleicht kann das in dieser Serie von Schröder aufgefangen werden. In den wenigen Momenten, in denen Harden auf der Bank sitzt, können sich die Thunder schnell in einen Rausch spielen und Schröder das Spiel in andere Bahnen führen.

Da es in dieser Serie sehr eng zugehen wird, kann die Clutchness der Thunder ein entscheidender Vorteil werden. Die Liste der X-Faktoren ist lang, doch wer zieht am Ende in die nächste Runde ein?

Fazit

Die Houston Rockets gegen die Oklahoma City Thunder könnte die spannendste Serie der ersten Runde im Westen werden. Das Paul gegen Westbrook-Narrativ (wenn er trotz Verletzung noch rechtzeitig zurückkehrt), ein ausgeruhter Harden und zwei gegensätzliche Spielweisen. Eine Serie, in der man die fehlenden Zuschauer in der Halle noch einmal mehr vermisst. Im Endeffekt trennt die beiden Teams nicht viel, das zeigt die identische Bilanz. Wir tippen auf den besten Spieler der Serie, James Harden, und somit auf die Rockets: Houston in 6.

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Bjoern
Schreiben ist mein Hobby, die NBA meine Leidenschaft. Wenn Basketball läuft, sind schlaflose Nächte vorprogrammiert. Ich versuche euch, so gut es geht, meine Meinungen, Analysen und Berichte zu präsentieren, die aus Sicht eines Fans interessante Einblicke bieten.

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