MMA UFC

UFC 264

Lesedauer: 6 Min
5
(1)

„The king is back“! Naja der König ist Conor längst nicht mehr und sein letzter Win im Lightweight ist am Samstag nun schon 1701 Tag her. Seither konnte er nur noch im Welterweight gegen Cowboy Cerrone gewinnen. Zuletzt verlor er gegen Dustin Poirier im Januar dieses Jahres und kann nun im dritten Kampf die Trilogie abschließen. Anders als die klassischen McGregor Cards ist es dieses Mal eine sehr gut besetzte Card und eventuell einem Kampf mit Titelcontender Ambitionen. Aber beginnen wir von oben nach unten.

Conor McGregor vs. Dustin Poirier 3

Der Mythos der Unbesiegbarkeit ist längst weg und Poiriers Résumé ist mittlerweile mindestens genau so beeindruckend wie das vom irischen Superstar. Ich halte CMG nach wie vor für den besseren Kämpfer als Poirier und möchte hier vor allem an die erste Runde erinnern im zweiten Kampf. Die klar besseren Treffer hatte McGregor und hat damit auch die Runde 10:9 gewonnen. Zudem war seine Reaktion auf den frühen Takedown von Porier mega stark und sein Cagework ebenfalls besser als das des Amerikaners. Sein größtes Problem waren die Calfkicks, die er nicht checken konnte da er zu flachfüssig auf dem Vorderbein stand. Er hat bereits nach dem Kampf gesagt das er in einem dritten Kampf gegen Poirier diese Kicks checken wird und eigentlich sollte das für einen Kickboxer kein Problem sein, egal ob er sich darauf vorbereitet oder nicht. Das Problem bei McGregor ist nun mal die Tatsache, dass er sich schon längst nicht mehr auf seine Kicks konzentriert, sondern eher einen Boxing Stil fährt und damit eine seiner größten Stärken vernachlässigt – die Kicks. Denn wenn man die älteren Kämpfe von CMG anschaut, fällt einem schnell auf, dass die Kicks ein Weg zum Erfolg waren, und zwar immer. Das Prinzip davon war einfach: Kick die Gegner in die Rippen oder auch auf die Schenkel und nimm ihnen die Cardio, sodass sie langsamer werden und du sie dann mit der linken finishen kannst. Das Problem war das McGregor gegen Khabib seine Kicks quasi so fest vernachlässigt hat und seine Takedown Defense verbessert hat, dass sie nun automatisch nicht mehr den gleichen Effekt haben. Dazu der Kampf mit Mayweather und allgemein sein Boxtraining. Gegen Cerrone hat er einen Kick direkt zum Start des Kampfes gemacht und damit auch den Kampf in die richtige Bahn gelenkt um Cerrone zu finishen. Ich hoffe, auch für den MMA Sport, dass McGregor dieses Element wieder in seinen Gameplan mit einplant und Poirier damit mit einem weiteren Element beschäftigt.

Auf der anderen Seite muss man die Skills von Dustin einmal loben. Poirier hat grosse Namen besiegt, McGregor, Gaethje, Holloway, Alvarez, Pettis und Hooker sind gute Siege und Poirier ist ein wirklich guter zuverlässiger Kämpfer. Wir dürfen nicht vergessen, dass er den dritten McGregor Kampf nicht hätte machen müssen. Für ihn lag ein Angebot auf dem Tisch, um den Gürtel zu kämpfen, und zwar war er die erste Wahl für einen freien Gürtel. Er wollte lieber den Moneyfight mit CMG und allen beweisen, dass er underrated ist. Und das ist Poirier auch absolut, er hat in der schwierigsten Division des Sports in den letzten neun Kämpfen nur gegen Khabib verloren und hatte dort wohl die größte Chance den ungeschlagenen Khabib zu finishen. Die Guillotine hat ihm eventuell die Kraft gekostet um dann zu „überleben“ aber sie war durchaus eng. Poiriers Boxing kann mit dem von McGregor mithalten und am Boden dürfte er durchaus besser sein als der Ire, obwohl man CMG meist zu Unrecht für sein schlechtes Groundgame kritisiert. Ich meine, McGregor wurde in seiner UFC Karriere nur zweimal submitted, einmal von Khabib und das andere Mal von BJJ Ass Nate Diaz und das auch nur weil er wohl „gassed“ war. Sein UFC Record beläuft sich immer noch auf einen soliden 10-3 Record und das über drei Gewichtsklassen.

Ich denke McGregor gewinnt das Ding dieses Mal und wird dann, im Titelmatch, auf Charles Oliveira treffen. Ob er das gewinnen kann werden wir dann sehen, wenn es so weit ist. Die Chancen stehen jedenfalls auch dort nicht schlecht. Zuerst muss er aber wie gesagt an Betonschädel Poirier vorbei. McGregor Knockout Win in Runde 2.

Gilbert Burns vs. Stephen Thompson

Burns kommt aus einer K.-o.-Niederlage gegen Usman und muss gegen Wonderboy erneut damit rechnen gefinished zu werden. Wonderboy Thompson ist wohl einer der Top 5 Kämpfer im Welterweight und das würde ich Burns nicht mehr zugestehen. Ich mag Burns als Kämpfer eigentlich extrem gerne, sein Jiu-Jitsu ist Weltklasse und auch sein Striking war in letzter Zeit durchaus gut. Immerhin hat er für eine kurze Überraschung gegen Usman gesorgt, als er ihn gedroppt hat. Allerdings ist sein attraktives Striking darin geschuldet, dass er extrem offen steht und daher auch viel einstecken muss. Sein Kinn würde ich als ganz okay ansehen aber nicht als elitär.

Ganz im Gegenteil zu Wonderboy, der nicht nur über einen unorthodoxen Kampfstil verfügt, sondern auch viel Power mitbringt. Sein Karate Background ist ein Problem für viele. Dazu ist Wonderboy extrem lang und hat auch in diesem Kampf einen Reach Vorteil von über zehn Zentimetern. Als wäre dieser Vorteil nicht schon genug, ist es fast unmöglich die Distanz gegen Wonderboy zu überbrücken da dieser mit In-and-outs unberechenbar war. Thompson ist präzise, schnell, hat Power in den Händen, überbrückt die Distanz in Millisekunden und hat dazu ein mega gutes Kinn.
Ich sehe kein Szenario in welchem Wonderboy das Matchup verlieren soll. Natürlich kann ein Lucky Punch klappen und den Kampf beenden aber das ist die einzige Möglichkeit. Den Bodenkampf wird er wohl nicht bekommen, da das Distanzproblem für Burns ein zu großes ist. Thompson mit Knockout in Runde 2.

Tai Tuivasa vs. Greg Hardy

Tuivasa ist meiner Meinung nach ein bisschen underrated. Er wird wahrscheinlich nie um einen Titel kämpfen aber in den Rankings sollte er eine Zeit lang platziert sein. Nach seinen drei Niederlagen am Stück, übrigens die einzigen drei seiner Karriere, gegen JDS, Ivanov und Spivak hat Tuivasa sich gefangen und sowohl Stefan Struve als auch Harry Hunsucker in der ersten Runde Knockout geschlagen. Das Matchup gegen Hardy ist gut, denn Hardy ist vorwiegend im Stand aktiv und Tuivasa ebenfalls. Als ehemaliger Profi Boxer und Knockoutschläger (10 von 11 Siegen via KO) sollte er als Favorit gelten. Hardy sollte aber nicht unterschätzt werden. Erstens ist er deutlich größer und hat sich mittlerweile als MMA Kämpfer etablieren können ging aber im Dezember gegen Marcin Tybura K.o. und könnte auch gegen Tuivasa auf die Bretter geschickt werden. Ich tippe auf ein K. o. von Tuivasa in der zweiten Runde.

Irene Aldana vs. Yana Kunitskaya

Sorry Leute. Diesen Kampf kann und will ich nicht previewen. Bitte entschuldigt mich.

Sean O`Malley vs. Kris Moutinho

Wieder eine leichte Nummer für Suga Sean? Dafür kann er und die UFC dieses Mal nichts. Louis Smolka der eigentliche Gegner hat sich eine „Staph Infection“ zugezogen und musste den Kampf absagen. Kris Moutinho ist nun der einzige Ersatzmann, der sich finden ließ und der nicht bereits gebucht war. Moutinho? Kennt man in der UFC nicht, da er bisher bei Cage Furry und CES gekämpft hat. Er bringt einen 8-4 Record mit und kämpft gerne im Stand, aber ist auch am Boden gefährlich. Aber machen wir uns nichts vor, O`Malley wird das in der ersten Runde richten und ihn Knockout schlagen.

Prelims

Mein „Fight of the Card“ ist tatsächlich in den Prelims und wird zwischen Ryan Hall und Ilia Topuria ausgetragen. Hall hat nun zwei Jahre nicht gekämpft und muss in seinem Comeback ausgerechnet gegen einen der talentiertesten Kämpfer ran. Ich LIEBE Topuria, sehe eine große UFC Karriere für ihn und deshalb glaub ich auch an einen Sieg. Aber Vorsicht, Ryan Halls BJJ ist im Featherweight wohl das beste überhaupt in der UFC. Seine Spezialität sind Leglocks und ich kann mich nicht erinnern das Topuria je einen so starken Grappler vor den Fäusten hatte. Das gute ist, Topuria ist am Boden ebenfalls unglaublich stark und fühlt sich dort auch zu Hause. Er ist immerhin, zusammen mit seinem Bruder, der erste BJJ Black Belt in Georgien und konnte sieben seiner zehn Wins via Submission holen. Youssef Zalal, der ebenfalls ein mega guter Bodenkämpfer ist, hat er drei Runden „outgrappled“ und in seinem zweiten UFC Kampf Damon Jackson brachial ausgeknockt. Im Striking sehe ich auch die große Gefahr für Hall, der nicht nur Ringrost mit sich bringen dürfte, sondern auch im Stand sehr offen und anfällig ist für Treffer. Topuria ist da deutlich kompletter als Fighter und zeigte seine Power gegen Jackson bereits. Dazu ist Hall nun 36 und hat ebenfalls nur zwei UFC Kämpfe gemacht. Ob er den Takedown bekommt oder ob Topuria ihn auf dem Boden challengen will werden wir sehen. Ich tippe auf einen TKO Win von Topuria.

Carlos Condit vs. Max Griffin und Niko Price gegen Michel Pereira sind zwei weitere gute Fights für Prelims und Dricus du Plessis gegen Trevin Giles dürfte ebenfalls ein Feuerwerk geben.

In den Early Prelims haben wir dann mit Jennifer Maia gegen Jessica Eye einen würdigen Main Card Fight, den ich da viel lieber sehen würde als Kunitskaya gegen Aldana und der zwei der Top Flyweight Fighterinnen zeigt. Omari Akhmedov gegen Brad Tavares dürfte ebenfalls interessant werden. Zhalgas Zhumagulov gegen Jerome Rivera ist der Kampf der beiden Kämpfer, die nun drei Losses in Folge haben. Der Verlierer verliert wohl auch seinen UFC Rosterplatz. Die Card wird von Alen Amedovski und Yazong Hu eröffent. Auch hier kommen beide Kämpfer aus zwei Niederlagen in Folge in den Kampf.

UFC 264 beginnt mit der Card um 00:15 und startet mit der Main Card gewohnt um 04:00. Das ganze findet vor ausverkauftem Haus in der T-Mobile Arena in Las Vegas statt.

Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 1

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Sam
Ich bin Sam und schreibe für The Crunchtime über die UFC und College Football

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert