NBA

Playoff-Preview: Western Conference Round 1: Los Angeles Clippers – Dallas Mavericks

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Die historisch beste Offensive aller Zeiten gegen die zweitbeste Offensive der NBA. Shootingstar Luka Doncic gegen Kawhi Leonard. Ein junges, talentiertes Team gegen eine erfahrene, routinierte Mannschaft. Das erstrunden Playoff-Duell im Westen der Dallas Mavericks gegen die Los Angeles Clippers bietet viele Narrative. Wir haben die Serie mal etwas genauer beleuchtet.

Die bisherige Saison: 

Nach einem etwas holprigen Start in die Saison, kristallisierten sich die Los Angeles Clippers schnell als eines der Top-Teams der Liga heraus. Die Mannschaft von Chefcoach Doc Rivers holte mit 49 Siegen die viertmeisten der NBA, und landete somit auf Platz Zwei der Western Conference. Mit Finals-MVP Kawhi Leonard und dem mehrmaligen All-Star Paul George haben die Clippers zwei klare Stars im Kader, doch die Kalifornier besitzen allgemein eine unfassbare Breite. Mit Montrezl Harrell und Lou Williams stehen gleich zwei Spieler von der Bank zum 6th Man of the Year zur Auswahl, zudem zeigen das Offensiv- wie Defensivrating die Ausgeglichenheit von LA: Zweiter im Offensivrating, Fünfter im Defensivrating. Bei diesen Attributen ist klar – die Clippers gehören zu den großen Titelfavoriten. 

Die Dallas Mavericks hingegen bestechen nur bedingt durch ihre Ausgeglichenheit, die Texaner bestechen mit der historisch besten Regular Season Offense aller Zeiten. Nahezu die komplette Saison gewannen die Mavs ihre Spiele mit geballter Offensivpower, angeführt vom letztjährigen Rookie of the Year Luka Doncic. Der 21-Jährige wurde in seiner zweiten Saison zum All-Star gewählt, legte mit 29 Punkten im Schnitt nahezu ein Triple-Double auf und befand sich in der erweiterten MVP-Diskussion. Was vielversprechend klingt, wird durch die Defensive gebremst: Dallas gehört laut Defensiv-Rating zur unteren Hälfte der Liga, besonders auf dem Flügel fehlt es an Optionen. Doch in Texas ist man zunächst froh, das erste Mal nach der Dirk Nowitzki Ära wieder in der Post-Season zu spielen. 

Stärken und Schwächen

Die Clippers sind, wie im Verlauf der Saison beschrieben, ein ausgeglichenes und breites Team. Braucht man in LA mal einen Spielentscheider, dann hat man Kawhi Leonard. Schon im vergangenen Jahr bei den Raptors gab man dem zweimaligen NBA-Champion in den entscheidenen Momenten den Ball und der 29-Jährige war als Isolation-Scorer nahezu nicht zu stoppen. Doch nicht nur Leonard kann Spiele entscheiden, auch Paul George ist dazu jederzeit fähig. Der mehrmalige All-Star kann immer wieder heiß laufen, gleiches gilt für den dreimaligen 6th Man of the Year Lou Williams. Sollte die Offensive trotz dieser extremen Breite und Leistungsfähigkeit in der Spitze mal nicht ins Rollen kommen, können sich die Clippers auf ihre Defensive verlassen. Patrick Beverly, Paul George und Kawhi Leonard gehören zu den besten individuellen Verteidigern der Liga, egal ob als Team- oder Lockdown-Defender. Beverly kann nahezu jeden Star mit seiner Art nerven und das ganze Team mitreißen, George ist weiterhin einer der besten Perimeter-Verteidiger der NBA und Kawhi kann im direkten 1v1 selten einfach überwunden werden. 

So gut es defensiv auf dem Flügel aussieht, diesen Luxus haben die Kalifornier auf den großen Positionen nicht. Ivica Zubac und Joakim Noah sind klare Ringbeschützer, die sich gegen mobile Bigs und generell am Perimeter eher unwohl fühlen. Montrezl Harrell ist da deutlich beweglicher, mit 2,03 Metern fehlt dem 26-Jährigen aber oftmals die Größe. Eine weitere Schwäche, wenn auch keine große, ist das fehlende Playmaking bei den Clippers. Einen klassischen Ballverteiler, der über Großteile des Spiels die Fäden zieht, hat Los Angeles nicht. Die Rollen werden verteilt, Kawhi und Lou Williams führen die Assistzahlen an, schließen aber beide lieber selber ab. In dieser Saison wurde das fehlende Playmaking bisher nicht zum großen Problem, kann in knappen Spielen aber einen Unterschied machen. 

In den von der NBA veröffentlichten First und Second Bubble-Teams finden sich gleich zwei Spieler der Dallas Mavericks wieder: Shooting Star Luka Doncic schaffte es in das First-Team der Bubble, Kristaps Porzingis wurde ins Second-Team gewählt. Die beiden Europäer befinden sich in bestechender Form und zeigten das auch schon im Seeding-Game gegen die Clippers: Der Lette Porzingis legte 30 Punkte, 9 Rebounds und 5 Assists auf, Teamkollege Doncic brachte 29 Zähler, 3 Rebounds und 6 Assists auf das Parkett. Gewonnen wurde das Spiel nicht, doch das Duo zeigte das Potenzial ihrer Durchschlagskraft. Zudem können die Texaner befreit aufspielen: Die Clippers galten zum Start der Saison weg als einer der Titelfavoriten, das Dallas so sicher in den Play-Offs landete, kann als Überraschung bezeichnet werden. NBA-Fans freuen sich auf die Serie, jedoch tippen die meisten Experten und Fans sicher auf die Clippers. Ein Ausscheiden wäre schade, aber keine Enttäuschung für die Saison der Mavs. Die größte Stärke ist offensichtlich: Die historisch beste Offense der Liga und in Luka Doncic einen MVP-Kandidaten, beides Aspekte die für die Texaner mal das ein oder andere Spiel gewannen und gewinnen können. 

Die größte Schwäche der Mavs: Ihre defensiven Optionen auf dem Flügel. So gut sich Tim Hardaway, Dorian Finney-Smith oder auch Porzingis in der Offensive gezeigt haben, so anfällig sind die Forwards in der Defensive. Es gibt keine einzige elitäre Option, der 18te Platz im Defensivrating verdeutlicht das allgemeine Problem. In einem Matchup mit der zweitbesten Offensive ist eine mittelmäßige Defensive nicht genug. Mit Dwight Powell, Jagen Brunson und Courtney Lee fehlen zudem insgesamt weitere Optionen von der Bank, die die Tiefe des Teams maßgeblich beeinflussen. 

X-Faktoren

Die Clippers gehen als Favorit in die erste Runde der Western Conference gegen die Mavericks, doch welche Faktoren können die Serie entscheiden? Wichtig wird in jedem Fall der zweimalige Finals-MVP und amtierende Champion Kawhi Leonard, ein Spieler der jede Serie übernehmen kann. Im Duell gegen Mavs Anfang August durfte sich nahezu jeder Dallas-Spieler einmal an Kawhi probieren, wirklich stoppen konnte ihn keiner. Ähnliches gilt für Paul George.

Doch wenn wir schon bei Matchup-Problemen sind: Ein Kristaps Porzingis kann ein großes Problem für die Clippers werden, wenn er sein Shooting als auch sein Inside-Game auf hohem Niveau halten kann. Der Lette ist entweder zu groß für die Situationen gegen die Clipper-Wings oder zu mobil für die Big-Men aus LA. Dieses Niveau aus den bisherigen Seeding-Games zu halten ist jedoch schwer, besonders bei einer ersten Play-Off-Teilnahme.

Das Duo aus Doncic und Porzingis bestreitet seine erste Postseason und wird wichtige Erfahrungen sammeln. Erfahrung, die auf Clippers-Seite von der Position 1 bis 15 mehr als genug vorhanden ist und in engen Spielen ein ganz wichtiger Faktor sein kann. Ein Faktor könnten zudem die Scoring-Options nach den jeweiligen Superstar-Duos werden: Dort haben die Clippers mit Lou Williams oder Montrezl Harrell noch ordentlich Fire-Power von der Bank, bei den Mavs muss man sich auf Tim Hardaway oder Trey Burke verlassen, ein Qualitätsunterschied.

Der wichtigste Punkt ist jedoch Luka Doncic und wie er verteidigt werden kann. Dallas Offense ist zwar historisch gut, und trotzdem extrem abhängig vom Slowenen. Die Clippers können aus drei elitären Verteidigern aussuchen, wer sich den 21-Jährigen zur Brust nimmt, welches das größte Problem der Mavs sein könnte. 

Fazit

Für den neutralen Fan dürfte die Serie Clippers-Mavericks zu einer der besten der diesjährigen ersten Playoff-Runde gehören. Die beiden besten Offensiven der Liga treffen aufeinander, Spektakel sind nahezu vorprogrammiert. Auf der einen Seite „The Klaw“ im Playoff-Modus, auf der anderen Seite ein junger hungriger Doncic in seiner ersten Playoff-Teilnahme. Doch da die Defense der Mavs nahezu keine Antworten auf Kawhi und PG hat, und die Clippers hingegen einige Antworten auf Doncic, wird diese Serie an den Favoriten in LA gehen. Mein Tipp: Los Angeles Clippers in 6. 

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Ole
NBA-Fanatiker. Bei TheCrunchtime um die Leidenschaft des Schreibens mit der Leidenschaft für Basketball zu verbinden und hier einige interessante Sachen zu Papier zu bringen.

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