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Northwest Division Preview: Die Jäger und die Zukunft

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Der zweite Teil unserer NBA-Season Preview kümmert sich um eine der interessantesten Divisions, bei denen sich teilweise viel verändert hat. Die Oklahoma City Thunder sind das einzige Team, dass keinen Schritt nach vorne gemacht hat und sich auf Picks konzentriert.

Auf der anderen Seite haben die Wolves mit einem jungen Kader die große Chance auf einen Neuangriff und die Blazers die Möglichkeit, die Playoffs früher einzutüten. Die Nuggets und Jazz waren letztes Jahr schon nah dran und könnten jetzt noch näher an die Top-Teams aus Los Angeles herankommen.

5. Oklahoma City Thunder

Zugänge: Aleksej Pokusevski (Draft, 17. Pick), Theo Maledon (Draft, 34. Pick), Vit Krejci (Draft, 37. Pick), Al Horford (76ers), Ty Jerome (Suns), Jalen Lecque (Suns), Vincent Poirier (Celtics), Trevor Ariza (Trail Blazers), Justin Jackson (Mavericks), George Hill (Bucks), Darius Miller (Pelicans), TJ Leaf (Pacers), Frank Jackson (Pelicans)

Abgänge: Chris Paul (Suns), Dennis Schröder (Lakers), Terrance Ferguson (76ers), Abdul Nader (Suns), Steven Adams (Pelicans), Danilo Gallinari (Hawks), Nerlens Noel (Knicks), Deonte Burton, Devon Hall, Kevin Hervey, Andre Roberson

Was bisher geschah

General Manager Sam Presti läutete diese Saison den großen Umbruch bei den Oklahoma City Thunder an. Die Überraschungsmannschaft des letzten Jahres verlor in Chris Paul (Suns), Dennis Schröder (Lakers), Danilo Gallinari (Hawks) und Steven Adams (Pelicans) 80 Prozent seiner Starting Lineup. Lediglich Shai Gilgeous-Alexander verbleibt den Thunder und soll in Zukunft das Gesicht der Franchise werden.

Zugänge wie Al Horford oder George Hill haben ihre beste Zeit schon hinter sich und werden eher als Lückenfüller verpflichtet. Den Thunder geht es hauptsächlich darum, in Zukunft genügend Draft-Picks zu besitzen. Das ist ihnen auch mehr als gelungen. In den kommenden sieben Jahren dürfen sie 16 Mal in der ersten Runde und 13 Mal in der zweiten Runde einen Rookie picken. Das ist zukunftsorientiert.

Thunder Offseason in a nutshell

Better or Worse

Die Thunder sind ohne jeden Zweifel schlechter geworden. Vielleicht sind sie aktuell das schlechteste Team der gesamten Liga. Beinahe der komplette Kader wurde ausgetauscht. Billy Donovan verlässt das sinkende Schiff Richtung Chicago.

All das wird aber in Kauf genommen, um den Fokus in eine rosige Zukunft zu lenken. Vielleicht tut ihnen diese Saison im Endeffekt sogar gut. Das Draft-Ziel Nummer Eins scheint der talentierte Cade Cunnigham zu sei. Mit einem desaströsen Tabellenplatz steigen die Chancen enorm.

Unterm Strich

Man muss kein großer Prophet sein, um den Thunder keine Chance auf einen Playoff-Platz einzuräumen. Im Endeffekt werden sie versuchen, die Entwicklung von Gilgeous-Alexander nach vorne zu treiben.

Außerdem zielen sie auch darauf, weitere Grundpfeiler für ihre zukünftige Kaderplanung zu finden, die die junge Truppe unterstützen kann. Es wird keine schöne Saison für alle Thunder-Fans, aber vielleicht eine notwendige.

Prediction: 13-59

4. Minnesota Timberwolves

Zugänge: Anthony Edwards (Draft, 1. Pick), Leandro Bolmaro (Draft, 23. Pick), Jaden McDaniels (Draft, 28. Pick), Ricky Rubio (Suns), Rondae Hollis-Jefferson (Raptors)

Abgänge: James Johnson (Mavericks), Allen Crabbe, Kelan Martin (Pacers), Jordan McLaughlin, Evan Turner

Was bisher geschah

So langsam haben die Timberwolves eine wirklich gefährliche Achse zusammengebastelt. Als Unterstützung für den Nummer 1-Draft-Pick von 2015 Karl-Anthony Towns wurde bereits in der letzten Saison sein Freund D’Angelo Russel in den Norden geholt. Das Zusammenspiel konnte sich noch nicht vollends entfalten, doch die Erwartungen sind hoch.

Hinzu kommt nun mit Anthony Edwards der nächste Nummer-1-Pick, der die Ambitionen der Timberwolves erhöhen dürfte. Als alter Bekannter kommt der spanische Point Guard Ricky Rubio zurück nach Minnesota und bringt neue Erfahrung mit ins Spiel. Bittere Abgänge mussten die Wolves nicht ersetzen.

Better or Worse

Für die Wolves geht es diese Saison bergauf. Sie werden mit ihren Neu-Verpflichtungen besseren Basketball spielen. Besonders Edwards und Rubio werden die Starting Five verstärken. Zudem hat man D-Loading und KAT bisher selten gemeinsam auf dem Parkett gesehen, sodass beide ihr Zusammenspiel verbessern dürften.

Ohne Zweifel ist das Team besser geworden, doch dem Team fehlt noch eine gewisse Breite im Kader. Eine gute Starting Line-Up alleine reicht nicht aus. Besonders die Flügelpositionen sind noch zu schwach besetzt. Außerdem dürften die Neu-Verpflichtungen die miese Wurfquote der vergangenen Saison nicht verbessern.

Unterm Strich

Auch wenn die Wolves ihren Kader verstärkt haben und mit ordentlich Talent in die neue Saison gehen, haben sie das Pech in einer echt starken Western Conference zu spielen. Ein Playoff-Platz ist in der Theorie möglich, doch vermutlich nur dann, wenn eines der beteiligten Teams enttäuscht.

Für die Zukunft sind die Wolves allerdings gerüstet. In diesem Jahr werden sie sich noch die Zähne ausbeißen, doch sie werden nah dran sein. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr.

Predicition: 32-40

3. Utah Jazz

Zugänge: Udoka Azubuike (Draft, 27. Pick), Elijah Hughes (Draft, 39. Pick), Derrick Favors (Pelicans)

Abgänge: Ed Davis (Knicks), Tony Bradley (76ers), Jarrel Brantley, Juwan Morgan, Emmanuel Mudiay, Justin Wright-Foreman

Was bisher geschah

In der vergangenen Saison war es denkbar knapp. Mike Conley hatte das Weiterkommen in der ersten Runde der Playoffs gegen die Denver Nuggets in der Hand. Am Ende schieden die Jazz aber erneut in der ersten Runde in sieben Spielen aus.

Für die Jazz keine Schande. Es gab also keinen großen Grund den Kader zu verändern. Lediglich Derrick Favors kehrte als einziger namhafter Transfer nach Utah zurück. Der Vertrag mit dem überraschend starken Jordan Clarkson wurde verlängert und Donovan Mitchell bekam seinen Maximalvertrag und wird das Gesicht der Jazz bleiben.

Better or Worse

Die Jazz haben zwar nichts beachtliches verloren, aber in Favors auch keinen Königstransfer vollbracht. Im Endeffekt sind sie weder schlechter noch besser als in der vergangenen Saison.

Interessant wird es zu beobachten, ob Mitchell noch einen Schritt nach vorne machen kann und ob Gobert an seine Leistungen anknüpfen kann. Als großen Vorteil haben die Jazz jetzt wieder einen sehr starken Schützen in Bojan Bogdanovic, den sie in den Playoffs schmerzhaft vermisst haben. Besonders tief besetzt sind sie aber immer noch nicht.

Unterm Strich

Die Jazz haben ihre Truppe zusammengehalten. Die Playoffs sollten kein Problem sein. Dennoch ist das große Problem, dass sich beinahe der gesamte Westen verstärkt hat. Besonders Phoenix, Memphis, Portland und die Warriors mischen jetzt weiter oben mit.

Die Jazz hingegen sind weiterhin gut, aber nicht sonderlich gefährlicher für die Konkurrenz. Der große Vorteil ist ihr bereits vorhandenes Teamgefüge. Die Chemie muss nicht erst entstehen. Dennoch besteht die Gefahr einer Enttäuschung in dieser Saison. Im Endeffekt werden die Jazz die Regular Season ruhig über die Bühne bringen. Mehr als Runde Eins wird aber mal wieder schwer zu erreichen.

Predicition: 39-33

2. Portland Trail Blazers

Zugänge: CJ Elleby (Draft, 46. Pick), Robert Covington (Rockets), Enes Kanter (Celtics), Derrick Jones Jr. (Heat), Harry Giles (Kings)

Abgänge: Trevor Ariza (Thunder), Mario Hezonja (Grizzlies), Jaylen Adams (Bucks), Hassan Whiteside (Kings), Moses Brown, Wenyen Habriel (Pelicans), Jaylen Hoard, Caleb Swanigan

Was bisher geschah

Im letzten Jahr haben die Portland Trail Blazers durch ihren Superstar Damian Lillard und eine enorme Leistungsteigerung in der Bubble mit letzten Kräften noch die Playoffs erreicht. Nicht Wenige trauten ihnen dann schon zu, die Lakers in Runde Eins zu schlagen. Eine Verletzung von Dame machte dann aber einen Strich durch die Rechnung und die Blazers scheiterten in Runde Eins in fünf Spielen.

Jetzt sind die Blazers für einen neuen Versuch gewappnet. Der Backcourt aus Lillard und McCollum bedarf keiner Worte. Dazu kommt Robert Covington als einer der besten Flügelverteidiger für die Small Forward Position. Zudem hat Portland mit Kanter und Derrick Jones Jr. starke neue Alternativen auf der Bank.

Better or Worse

In der letzten Saison verlief besonders der Saisonstart nicht nach Plan. Gegen Ende der Saison wurden die Blazers auch die ihre Umstellungen im Kader immer konstanter und erreichten verdient die Playoffs. Jetzt stehen ihnen Nurkic, Lillard, McCollum, Covington und Anthony von Beginn an zur Verfügung.

Besonders die Defense wurde mit Covington verstärkt. Der meist lustlose Whiteside wird durch Kanter nicht nur ersetzt, sondern die Position wird nun effizienter ausgefüllt. Besonders weil der Türke einen idealen Back-Up für Nurkic darstellt. Doch das defensive Loch auf den großen Positionen wird auch er nicht stopfen können.

Unterm Strich

Die Blazers werden die Schwierigkeiten der letzten Saison nicht wiederholen und das Playoff-Ticket nicht erst auf den letzten Drücker lösen. Das Team hat an Breite gewonnen und konnte an den entscheidenden Stellen Spieler dazu gewinnen.

Wie so oft sind die Blazers aber nicht mehr als ein Geheimfavorit. Das Heimrecht in der ersten Runde ist im Bereich des Möglichen, bei der Konkurrenz im Westen aber keine Selbstverständlichkeit. Es braucht schon eine Mörder-Saison von Damian Lillard, um die Blazers an das Niveau der Lakers herankommen zu lassen. Aber was haben wir nicht alles schon von ihm gesehen.

Predicition: 42-30

1. Denver Nuggets

Zugänge: Zeke Nnaji (Draft, 22. Pick), RJ Hampton (Draft, 24. Pick), Facundo Campazzo (Real Madrid), JaMychal Green (Clippers), Isaiah Hartenstein (Rockets)

Abgänge: Jerami Grant (Pistons), Mason Plumlee (Pistons), Torrey Craig (Bucks), Tyler Cook, Troy Daniels, Noah Vonleh (Bulls)

Was bisher geschah

Um die Denver Nuggets blieb es in dieser Saison relativ ruhig. In Jerami Grant und Torrey Craig verloren sie zwar die besten Flügelverteidiger des Kaders, doch vielmehr passierte nicht. JaMychal Green soll diese Lücke nun schließen.

Interessant ist die Verpflichtung von Facundo Campazzo, der in der Euro League zu überzeugen wusste. Dieses Niveau muss der Argentinier aber erst einmal auf die NBA übertragen. Aus deutscher Sicht ist die Verpflichtung von Isaiah Hartenstein sehr interessant, der in Houston keine Perspektive mehr hatte. Für ihn wird es schwer – aber nicht unmöglich – an Spielzeit zu kommen.

Better or Worse

Besser sind die Nuggets durch Neu-Verpflichtungen nicht geworden. Die Lücke der Flügelverteidigung ist noch nicht geschlossen. Nikola Jokic ist aber einer der besten Bigs der Liga und wird die Nuggets weiter auf einem sehr hohen Niveau halten.

Zudem kann Jamal Murray zeigen, dass er seine unmenschlichen Playoff-Leistungen auch in der Regular Season wiederholen kann. Entscheidend wird vor allem die Entwicklung von Michael Porter Jr., der seine offensiven Qualitäten bereits unter Beweis gestellt hat. Seine Defensive ist aktuell aber noch eine Katastrophe. Entwickelt sich Porter positiv, sind die Nuggets automatisch stärker.

Unterm Strich

Alleine die Anwesenheit von Jokic macht Denver zu einem Top-Team. Wenn Murray endlich auch mal konstant gute Leistungen zeigt, sollten sich die Fans der Nuggets keine Sorgen machen.

Der Fokus für die Beurteilung liegt auf Porter Jr., der den großen Schritt machen muss. Selbst wenn das klappt, sind die Nuggets zwar ein sehr gutes Team, doch sind den Lakers und Clippers auf dem Papier noch unterlegen. Heimrecht sollte drin sein, für eine Finals-Teilnahme sind die Verstärkungen aber zu schwach.

Predicition: 44-28

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Bjoern
Schreiben ist mein Hobby, die NBA meine Leidenschaft. Wenn Basketball läuft, sind schlaflose Nächte vorprogrammiert. Ich versuche euch, so gut es geht, meine Meinungen, Analysen und Berichte zu präsentieren, die aus Sicht eines Fans interessante Einblicke bieten.

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