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Atlantic Division Preview: Viermal Playoffs und sonst Knicks

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War was? Es kommt einem nicht so vor, als hätte es eine Pause in der besten Basketballliga der Welt gegeben. Gerade einmal zwei Monate liegen zwischen dem Finals Sieg der Lakers und der Pre-Season. In der Zwischenzeit gab es kaum einen Tag, an dem man um Trade-Gerüchte, Free-Agency Signings oder Vertragsverlängerungen herum kam.

Wir sind gespannt auf die neue Saison. Vorher wollen wir aber alle Teams unter die Lupe nehmen und die einzelnen Divisions näher betrachten. Den Anfang macht die Atlantic Division. Eine Division, die vier sehr ambitionierte Teams zu bieten hat – und die Knicks.

5. New York Knicks

Zugänge: Obi Toppin (Draft, 8. Pick), Immanuel Quickley (Draft, 25. Pick), Omari Sepllman (Timerbwolves), Jacob Evans (Timberwolves), Alec Burks (76ers), Nerlens Noel (Thunder), Austin Rivers (Rockets), Michael Kidd-Gilchrist (Mavericks)

Abgänge: Bobby Portis (Bucks), Maurice Harkless (Heat), Kadeem Allen (Cavaliers), Damyean Dotson (Cavaliers), Wayne Ellington (Pistons), Jared Hareper, Taj Gibson, Kenny Wooten

Was bisher geschah:

Die Knicks haben es geschafft, aus einer schwachen Truppe mit mäßig talentierten Spielern ein gleichschwaches Team mit ein wenig mehr Talent herzustellen. Dennoch lief diese Offseason deutlich besser ab, als es in der Vergangenheit der Fall war. R.J. Barret, Mitchell Robinson und der neue Draft-Pick Obi Toppin bilden das junge Grundgerüst der Knicks und werden ihre Spielzeit wohl kaum von den Neuzugängen geklaut bekommen.

Besonders wichtig war, dass es endlich mal ruhig um die Knicks war. Gerüchte über Westbrook oder Paul verflogen schnell und die Fühler wurden sonst auch kaum nach Superstars ausgestreckt. Die neuen Ton-Angeber um Tom Thibodeau scheinen sich endlich um einen ruhigen Rebuild kümmern zu wollen. Der Fokus wird wohl auf die kommenden Jahre gelegt.

Better or Worse

Die Knicks haben sich dieses Jahr nicht unbedingt verstärkt, doch die Verpflichtung von Thibodeau könnte endlich Ruhe in die Organisation bringen. Auch wenn der Kader diese Saison nicht verstärkt wurde, merkt man dennoch, dass sich in New York etwas verändert hat.

Mit Obi Toppin hat man einen soliden Draft-Pick gezogen, der die vor Potential strotzenden Barret und Robinson unterstützen wird. Sie können vor allem vom erfahrenen Head-Coach profitieren und zudem von erfahreneren Verpflichtungen lernen. Mit Blick auf die Zukunft ist es bei den Knicks deutlich besser geworden. Jetzt geht es darum, die jungen Talente zu halten und mit Thibodeau kann vielleicht die lang ersehnte neue Ära angegriffen werden.

Unterm Strich

Für die Knicks wird es dieses Jahr keinen großen Schritt nach oben geben. Sie werden sich im Osten wohl mit den Pistons und Cavaliers um den letzten Platz prügeln. Da Thibodeau wohl kaum eine Tanking-Saison zulassen wird und das Grundgerüst für die Zukunft steht, werden die Knicks aber wohl die besten Karten unter den schlechtesten Teams haben.

Dennoch legen die Knicks den Fokus auf die nächste Saison und sind vor allem dem Rest der Atlantic Division meilenweit unterlegen. Man darf dennoch gespannt auf die Entwicklung der jungen Garde blicken. Im nächsten Jahr könnten sie dann wieder deutlich attraktiver werden.

Prediction: 23-49

4. Toronto Raptors

Zugänge: Malachi Flynn (Draft, 29. Pick), Jalen Harris (Draft, 59. Pick), Aron Baynes (Suns), DeAndre Bembry (Hawks), Alex Len (Kings)

Abgänge: Serge Ibaka (Clippers), Marc Gasol (Lakers), Oshae Brissett, Rondae Hollis-Jefferson, Malcom Miller

Was bisher geschah

Die Raptors legten ein enorm starkes letztes Jahr hin und wurden überraschend zweiter ihrer Conference. Letztlich scheiterten sie an den Boston Celtics in einer hart umkämpften Serie. Diese Jahr wollen die Raptors erneut angreifen. Dieses Jahr allerdings nicht aus Toronto, sondern coronabedingt aus Tampa.

Fred VanVleet konnte gehalten werden, indem er einen Vertrag unterschrieb, der ihm ordentlich Kohle einbringen wird. Somit werden er, Siakam und Lowry weiterhin der Kern der Mannschaft bleiben. Das große Problem sind allerdings die Abgänge der beiden Bigs Ibaka (Clippers) und Gasol (Lakers) nach Los Angeles. Mit Baynes haben sie zwar einen ordentlichen Center gefunden. Ersetzen wird er sie aber nicht.

Better or Worse

Der Kader der Raptors ist in keinem Fall schlecht, doch er ist in jedem Fall schlechter geworden. Sicher spielt auch der Gedanke einer möglichen Giannis-Verpflichtung 2021 dabei eine große Rolle. Auf den großen Positionen ist Toronto zwar schlechter aufgestellt als vorher, hat aber durchaus Optionen. Besonders ein fitter Baynes kann ihnen weiterhelfen.

Die Verantwortung wird weiter in den Händen von Lowry liegen, doch dieser ist mittlerweile auch schon 34. Mit Siakam und VanVleet findet er zwar die nötige Unterstützung, aber Headcoach Nick Nurse wäre gut beraten, auch Spielern wie OG Anunoby den nächsten Schritt zu ermöglichen.

Unterm Strich

Die Raptors werden sich bei einem Kampf um das Heimrecht in den Playoffs geschlagen geben müssen. Das heißt aber nicht, dass ihnen eine zweite Runde in den Playoffs nicht zuzutrauen wäre. Die Verluste auf den Bigs können sie durch ihre starke Team-Defense wieder wett machen.

Das mittlerweile erfahrene Team wird von einem der besten Trainer der Liga gecoacht und hat gegen jedes Team eine Chance zu gewinnen. Einfach wird es nicht, doch die Ratpors werden die Playoffs erreichen.

Prediction: 39-32

3. Brooklyn Nets

Zugänge: Reggie Perry (Draft, 57. Pick), Bruce Brown (Pistons), Landry Shamet (Clippers), Jeff Green (Rockets)

Abgänge: Dzanan Musa (Pistons), Garret Temple (Bulls), Jamal Crwaford Justin Anderson, Lance Thomas, Michael Beasley, Wilson Chandler, Donta Hall, Tyler Johnson, Jeremiah Martin

Was bisher geschah

Die Nets sind wohl das Team, über das in dieser Offseason am meisten gesprochen wurde. Zurecht, denn dieses Team wird wirklich spannend. Zunächst kommt der nach LeBron wohl beste Spieler der NBA zurück. Kevin Durant hat sich von seiner Achillessehnen-Verletzung erholt ist bereit zurück auf den Court zu treten. Es wird spannend zu beobachten, ob er zu alter Stärke finden kann. Egal, ob Hater oder Lover, sein Spiel ist für jedes Basketball-Auge eine Schönheit.

Neben Kyrie Irving soll noch ein dritter Star den Nets zu Ruhm und Ehre verhelfen. Gerüchte um einen Trade für James Harden wurden immer lauter. Konkreter wurden die Gerüchte aber bis heute nicht. Es wird auch schwer für die Nets einen adäquaten Gegenwert für Harden zu finden. Im Endeffekt wurde viel geredet, passiert ist wenig. Die größte Änderung gab es im Coaching-Staff. Der unerfahrene Steve Nash wird nun die Fäden mit Mike D’Antoni, Ime Udoka und Amar’e Stoudemire ziehen. Eine wirklich interessante Zusammensetzung.

Better or Worse

Wenn Durant nach seiner Verletzung nur annähernd an sein Niveau herankommt, sind die Nets automatisch ein besseres Team. Ob das allerdings zu erwarten ist, darf bezweifelt werden. Das Zusammenspiel von Kyrie und KD muss auch erstmal getestet werden, bevor man es beurteilen kann.

Zudem bleibt abzuwarten, was die Lenker der letzten Saison, Dinwiddie, Levert und Co., mit ihrer kleineren Rolle anfangen. Spannend wird auch die Rolle von Steve Nash und wie er eine Mannschaft führen kann und inwiefern sich Durant und Irving von ihm coachen lassen. Vielleicht nehmen sie das Heft aber auch einfach selber in die Hand.

Viele Fragezeichen stehen vor der neuen Saison der Nets. Auf den ersten Blick scheinen sie eine bessere Mannschaft zu sein, doch man sollte die ersten Wochen abwarten.

Unterm Strich

Die Nets sind das interessanteste Team, dass wohl alle Blicke auf sich ziehen wird. Das Problem daran: Nur ein Fehler und die ganze Basketball-Welt bekommt genau das, was sie sehen will: Ein Versagen der neuen meistgehassten Franchise. Unwahrscheinlich ist das nicht, denn die Egos der Alphatiere sind groß. Nur wenn die Alphas sich in den Dienst der Mannschaft stellen, kann hier ein krasses Team entstehen.

Wenn dann auch noch Harden kommen sollte, wird das Problem nicht kleiner. Harden wird sich nicht mit der Rolle des Co-Stars zufrieden geben und würde noch mehr Unruhe hereinbringen. Insgesamt haben die Nets in der Theorie die Chance auf den Titel, allerdings sind Unruhen vorprogrammiert. Die Nets werden besser, aber nicht so gut, wie es viele erwarten.

Prediction: 43-29

2. Boston Celtics

Zugänge: Aaron Nesmith (Draft, 14. Pick), Payton Pritchard (Draft, 26. Pick), Yam Madar (Draft, 47. Pick), Tristan Thompson (Cavaliers), Jeff Teage (Hawks)

Abgänge: Vincent Poirier (Thunder), Enes Kanter (Trail Blazers), Gordon Hayward (Hornets), Brad Wanamaker (Warriors)

Was bisher geschah

Die Celtics sind in der vergangenen Saison knapp an einer Finals-Teilnahme gescheitert. Dieses Jahr soll der große Wurf aber gelingen. Das ist auch durchaus im Bereich des möglichen, wobei die Konkurrenz gewachsen ist. Besonders hart wirkt der Abgang von Gordon Hayward nach Charlotte. Auch wenn er nie so richtig an seine Utah-Zeiten herankam, hinterlässt er in Boston ein großes Loch auf der Flügelposition hinter Tatum und Brown.

Im Guard-Bereich konnten sie mit Jeff Teague einen erfahrenen Point Guard zu sich lotsen, der für Entlastung sorgen wird. Das muss er auch, denn Kemba Walker fällt langfristig aus und somit müssen Marcus Smart und Teague den Backcourt zunächst alleine füllen. Mit Enes Kanter haben sie einen starken Big verloren, konnten ihn mit Tristan Thompson sehr gut ersetzen. Im Zusammenspiel mit Theis sind hier keine Probleme zu erwarten.

Better or Worse

Insgesamt sind die Celtics durch den Abgang von Hayward auf dem Papier schlechter geworden. Doch dafür besitzen sie ein eingespieltes Team, was sie von der Konkurrenz abhebt. Die Zugänge machen das Team in der Breite stärker.

Der lange Ausfall von Walker wird den Celtics aber Probleme bereiten. Auch wenn Teague ein respektabler Aufbauspieler ist und Smart durchaus bewiesen hat, was er draufhat, besitzt Walker den deutlich größeren Output in der Offensive.

Dafür werden Brown und besonders Tatum einen weiteren Sprung nach vorne machen. Tatum hat aus der vergangenen Saison gelernt und wird diese Saison dem Superstar-Status näher kommen. Mit einem fitten Walker wären die Celtics durch die Entwicklung ihrer Spieler sogar stärker. So gelten sie zumindest bis zur Kemba-Rückkehr als etwas schlechter.

Unterm Strich

Die Celtics gehören auch in dieser Saison zu den Contendern im Osten. Die Konkurrenz ist dieses Jahr nur stärker denn je. Durchaus denkbar wäre zwar die beste Bilanz in der regulären Saison, doch sie sind dabei nicht das einzige Team.

Der große Vorteil ist ein eingespieltes Team, was sie von Teams wie Philly oder Brooklyn unterscheidet, allerdings wird der Ausfall von Walker und der Abgang von Hayward das Team am Anfang der Saison vor Probleme stellen. Die Entwicklungen der jungen Spieler werden sich erst am Ende der Saison auszahlen. Fans der Boston Celtics dürfen sich aber durchaus Hoffnung auf eine starke Saison machen.

Prediction: 46-26

1. Philadelphia 76ers

Zugänge: Tyrese Maxey (Draft, 21. Pick), Isaiah Joe (Draft, 49. Pick), Paul Reed (Draft, 58. Pick), Danny Green (Lakers), Terrance Ferguson (Thunder), Seth Curry (Mavericks), Tony Bradley (Jazz), Dwight Howard (Lakers), Ryan Broekhoff (Mavericks)

Abgänge: Al Horford (Thunder), Josh Richardson (Mavericks), Zhaire Smith (Pistons), Alec Burks (Knicks), Raul Neto (Wizards), Glenn Robinson III. (Kings), Kyle O’Quinn

Was bisher geschah

Bereits letztes Jahr waren die Philadelphia 76ers ein Geheimfavorit auf den Titel. Doch wie so häufig in den letzten Jahren waren die Unruhen in Philly zu groß. Immer lauter werden die Skeptiker, wenn es darum geht, dass Simmons und Embiid nicht zusammenpassen. Doch Daryl Morey will als neuer Boss direkt zeigen, dass diese Mannschaft nicht am Ende ist.

Die Verpflichtung von Doc Rivers zeigt, dass kein Rebuild forciert wird und der Titel das klare Ziel ist. Rivers soll zeigen, dass Embiid und Simmons zusammen funktionieren. Außerdem wurden Spieler wie Al Horford oder Josh Richardson weggegeben, um wurfstarke Spieler wie Seth Curry oder Danny Green zu holen. Die Sixers gehen einmal mehr mit hohen Erwartungen in die neue Saison.

Better or Worse

Wenn man Ab- und Zugänge miteinander vergleicht, ist eine klare Verbesserung gar nicht unbedingt erkennbar. Doch es scheint, als hätte Morey an den richtigen Schrauben gedreht. Das Zusammenspiel von Horford und Embiid hat nie wirklich funktioniert, außerdem war Josh Richardson nicht die Lösung fürs Shooting der Sixers.

Diese Lücke haben sie mit Green und Curry gefüllt. Mit ordentlichen Schützen an der Seite kann das Duo Simmons und Embiid funktionieren. Das haben sie beweisen, als sie von den Schützen Belinelli oder Reddick unterstütz wurden. Außerdem hat Embiid in Dwight Howard einen Back-Up, der in der letzten Saison bei den Lakers gezeigt hat, dass seine Karriere noch nicht vorbei ist.

Unterm Strich

In der Atlantic Division einen Favortien auszumachen ist verdammt schwierig, doch die Sixers haben gute Argumente auf ihrer Seite, die Division zu gewinnen. Oberste Priorität muss das Zusammenspiel von Simmons und Embiid haben. Wenn es Doc Rivers nicht schafft, wer dann? Einen Trade der beiden für einen neuen Co-Star kann man nicht ausschließen, ist ihnen aber nicht zu raten. Ein möglicher Harden-Trade würde die Lage nicht verbessern.

Die Verstärkungen sind sehr gut und werden die Stimmung in der Kabine nach vorne treiben. Es ist nicht mehr die starke Starting Five mit einer schwachen Bank. Die Breite im Kader wurde verbessert und junge Spieler wie Thybulle sind ein echter Glücksgriff. Es scheint alles zu stimmen und vielleicht reicht es ja für den großen Wurf in dieser Saison. Möglich ja, aber das dachten wir bereits in der letzten Saison.

Prediction: 49-23

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Bjoern
Schreiben ist mein Hobby, die NBA meine Leidenschaft. Wenn Basketball läuft, sind schlaflose Nächte vorprogrammiert. Ich versuche euch, so gut es geht, meine Meinungen, Analysen und Berichte zu präsentieren, die aus Sicht eines Fans interessante Einblicke bieten.

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